Ein schwerer Wald- und Buschbrand hat die südfranzösische Hafenstadt Martigues bei Marseille in Alarmbereitschaft versetzt. Das Feuer brach am Donnerstagabend aus und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus – begünstigt durch starke Winde und extreme Trockenheit in der Region. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt 240 Hektar Vegetationsfläche zerstört.
Massive Einsatzkräfte vor Ort
Die Dimension des Feuers erforderte einen beispiellosen Einsatz: Mehr als 1.000 Feuerwehrleute aus verschiedenen Regionen Frankreichs waren im Dauereinsatz. Unterstützt wurden sie durch Löschflugzeuge (Canadair) und Hubschrauber, die Wasser über den Brandherden abwarfen. Dennoch gestaltete sich die Brandbekämpfung äußerst schwierig, da die Flammen aufgrund der Wetterbedingungen immer wieder neue Brandnester entfachten.
Evakuierungen und Vorsichtsmaßnahmen
Insgesamt wurden 150 Menschen aus besonders gefährdeten Gebieten evakuiert. Weitere Bewohner erhielten die Anweisung, in ihren Häusern zu bleiben und Türen sowie Fenster geschlossen zu halten, um sich vor Rauchgasen zu schützen. Schulen, öffentliche Einrichtungen und Straßen in der Umgebung wurden zeitweise gesperrt.
Die Behörden richteten Notunterkünfte für Evakuierte ein. Zudem warnte die Feuerwehr, dass es trotz der weitgehenden Eindämmung des Brandes weiterhin zu Nachbränden kommen kann, da der Boden stark ausgetrocknet ist und Glutnester bestehen bleiben.
Ursache unklar – aber Alarmstufe bleibt hoch
Die Ursache des Brandes ist bisher nicht eindeutig geklärt. Ermittler prüfen derzeit, ob menschliches Fehlverhalten, beispielsweise eine weggeworfene Zigarette oder Fahrlässigkeit, den Auslöser darstellte. Brandstiftung wird ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Mehr Brände in Frankreichs Süden
Bereits in den Tagen zuvor hatte es im Süden Frankreichs mehrere kleinere bis mittlere Brände gegeben. Meteorologen warnen, dass die Kombination aus anhaltender Hitze, Trockenheit und starken Winden das Risiko für Waldbrände massiv erhöht. Frankreich gehört zu den Ländern, die in den vergangenen Jahren besonders stark von Hitzewellen und Dürren infolge des Klimawandels betroffen sind.
Ausblick und Warnungen
Auch wenn die Behörden am Freitagvormittag weitgehend Entwarnung gaben, bleibt die Situation in der Region angespannt. Feuerwehr und Katastrophenschutz rufen die Bevölkerung weiterhin zur höchsten Vorsicht auf. Schon kleinste Funken können neue Brände entfachen.