Dark Mode Light Mode

Hirnforscher warnt: Smartphones gefährden Gesundheit und Entwicklung von Kindern

geralt (CC0), Pixabay

Der bekannte Psychiater und Hirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer hat im Gespräch mit dem NDR erneut eindringlich vor der Nutzung von Smartphones durch Kinder gewarnt. In seinem Beitrag im Nordmagazin betonte Spitzer die weitreichenden gesundheitlichen und kognitiven Folgen digitaler Dauerbeschallung – insbesondere in jungen Jahren.

Schon heute zeigten sich alarmierende Entwicklungen: Kinder, die früh und intensiv auf Bildschirme starren, entwickelten immer häufiger schwere Sehschäden. „Kurzsichtigkeit nimmt epidemieartige Ausmaße an“, sagte Spitzer. Wer im Wachstum ständig auf kleine Displays schaut und sich wenig im Freien aufhält, riskiere bleibende Schäden am Auge. „Das kann im späteren Leben sogar zur Erblindung führen“, so der Forscher.

Doch damit nicht genug: Spitzer warnte auch vor neurologischen Langzeitschäden. Er spricht von „digitaler Demenz“ – einem Begriff, den er seit Jahren verwendet, um die negativen Auswirkungen digitaler Mediennutzung auf das Gehirn zu beschreiben. Kinder, die regelmäßig mit Smartphone, Tablet oder Computer spielen oder konsumieren, trainierten zentrale Fähigkeiten wie Konzentration, Gedächtnisleistung und soziale Kompetenz zu wenig oder gar nicht. Die Folge seien Lernschwächen, Sprachverarmung und eine sinkende Frustrationstoleranz.

Besonders kritisch sieht Spitzer die Nutzung bereits im Grundschulalter – und fordert eine klare Altersgrenze: „Ein eigenes Smartphone gehört nicht in die Hände von Kindern unter 14 Jahren.“ Schulen und Eltern müssten stärker auf Prävention setzen, etwa durch Aufklärung, medienfreie Zonen und mehr Bewegung im Freien.

Seine Warnungen basieren auf einer Vielzahl internationaler Studien, die zeigen, wie stark die Gehirnentwicklung durch digitale Reize beeinflusst werden kann. Gleichzeitig kritisiert Spitzer das häufige Argument, Kinder müssten früh den Umgang mit Technik lernen: „Das ist ein Mythos. Lesen, Rechnen und logisches Denken lernt man nicht durch Wischen.“

Fazit von Prof. Spitzer:
Die ständige Reizüberflutung durch digitale Medien birgt nicht nur körperliche Risiken, sondern kann auch die geistige Entwicklung junger Menschen nachhaltig schädigen. Der Hirnforscher appelliert an Eltern, Pädagogen und die Politik, den Schutz von Kindern ernster zu nehmen und klare Grenzen im Umgang mit Smartphones und digitalen Medien zu ziehen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Warnstreiks bei Brauereien in Sachsen: Beschäftigte fordern faire Löhne

Next Post

Deutsche Post ehrt Hamburger Speicherstadt mit exklusiver Krypto-Briefmarke – Kombination aus Welterbe und digitaler Innovation