Am Donnerstagvormittag kam es in Sachsen-Anhalt zu einer technischen Störung, die dazu führte, dass mehrere Internetseiten von Landesministerien für kurze Zeit nicht erreichbar waren. Betroffen waren unter anderem die Webauftritte der Staatskanzlei, des Innenministeriums sowie des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales. Die genauen Zeiträume des Ausfalls sowie das Ausmaß der Störung wurden bislang nicht näher spezifiziert.
Wie die Staatskanzlei auf Anfrage mitteilte, handelte es sich um eine nicht näher benannte technische Störung. Ob diese durch einen Cyberangriff, einen internen Systemfehler oder externe Ausfälle in der Netzstruktur verursacht wurde, ist derzeit noch Gegenstand der Prüfung. Auch eine Überlastung durch hohe Zugriffszahlen könne derzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Webseiten wurden nach Behördenangaben im Laufe des Tages wieder vollständig online gestellt.
Ein Sprecher des Digitalministeriums betonte, dass eine eingehende Analyse der Hintergründe durch IT-Fachabteilungen und ggf. externe Stellen eingeleitet worden sei. Man wolle „so schnell wie möglich Klarheit über Ursache und Umfang“ der Störung schaffen.
Die vorübergehende Nichterreichbarkeit zentraler ministerieller Informationsquellen wirft grundsätzliche Fragen zur IT-Sicherheit öffentlicher Einrichtungen auf – insbesondere im Bereich der kritischen Infrastruktur. Experten kritisieren schon länger, dass viele Behörden in Bund und Ländern beim Schutz vor digitalen Angriffen unzureichend aufgestellt seien. Auch der aktuelle Vorfall dürfte die Debatte um notwendige Investitionen in Cyberabwehr und Digitalisierung der Verwaltung neu anstoßen.
Bislang gab es keine Hinweise auf Datenverlust oder Manipulationen, auch wurden keine persönlichen Nutzerdaten kompromittiert, wie es vonseiten der Behörden hieß. Sollte es sich tatsächlich um einen Cybervorfall handeln, müsste eine Meldung an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfolgen. Eine entsprechende Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Obwohl die Störung nur vorübergehend war, zeigt der Vorfall erneut, wie verletzlich öffentliche digitale Systeme im Alltag sein können – und wie wichtig deren Verfügbarkeit für Bürgerinnen und Bürger, Medien und politische Entscheidungsprozesse ist. Weitere offizielle Informationen werden in den kommenden Tagen erwartet.