In Kerr County, Texas, ereignete sich eine Tragödie: Mindestens 95 Menschen starben bei einer Flutkatastrophe – darunter 27 Mädchen und Betreuerinnen eines Sommerlagers. Dabei war die Gefahr seit Jahren bekannt. Schon 2017 und 2018 hatte der Bezirk staatliche Hilfe für den Ausbau seines Flutwarnsystems beantragt – beide Male ohne Erfolg.
Kerr County wollte mit dem beantragten Budget von einer Million Dollar die veraltete Infrastruktur modernisieren: 20 Wasserstandsmesser sollten erneuert, neue Sensoren installiert und eine Website zur öffentlichen Warnung eingerichtet werden. Die Pläne richteten sich besonders an gefährdete Einrichtungen wie Sommerlager. Doch die texanische Katastrophenschutzbehörde lehnte beide Anträge ab – ohne Angabe konkreter Gründe.
Zwar nutzt der Bezirk seit Jahren das Warnsystem „CodeRed“, doch dieses reicht nach Expertenmeinung nicht aus, um bei plötzlichem Hochwasser rechtzeitig und flächendeckend zu warnen. Eine Integration mit FEMA-Systemen wurde zwar 2020 beschlossen – es blieb jedoch bei einem Upgrade des alten Systems, nicht bei dem dringend benötigten Neubau.
Der Fall zeigt auf tragische Weise, wie bürokratische Hürden und unzureichende Frühwarnsysteme zum Verlust von Menschenleben beitragen können – trotz vorheriger Anträge, Warnungen und Reformversuche.