Deutschlands Pflegeversicherung steuert auf eine massive Finanzlücke zu: Der Bundesrechnungshof warnt in einem aktuellen Schreiben an den Haushaltsausschuss des Bundestags vor einem Defizit von mehr als 12 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029. Das berichtet die Bild am Sonntag.
Die Rechnungsprüfer machen vor allem zwei Faktoren für das drohende Milliardenloch verantwortlich: Zum einen steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland rasant an. Ende vergangenen Jahres waren bereits rund 5,6 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen – 400.000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Zum anderen treibt die politisch beschlossene Deckelung des Eigenanteils für Heimbewohner die Kosten weiter nach oben.
Die Warnung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Schon morgen trifft sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, um über die lange diskutierte Reform der Pflegeversicherung zu beraten. Für Gesundheits- und Finanzpolitiker wird der Handlungsdruck damit immer größer.
Ohne eine grundlegende Neuausrichtung droht das System aus dem Gleichgewicht zu geraten – für Millionen Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Pflegebranche eine düstere Perspektive. Woher das Geld für die dringend benötigten Milliarden fließen soll, ist bislang offen.
Der Rechnungshof mahnt deshalb eindringlich: Ohne Gegensteuern werde die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen immer weiter auseinandergehen – und die Pflegeversicherung an ihre finanziellen Grenzen bringen.