Es ist ein Urteil, das Geschichte schreibt – und zeigt, dass Mord auch nach Jahrzehnten nicht verjährt: In Großbritannien (London) wurde jetzt ein 92 Jahre alter Mann schuldig gesprochen, eine Frau vor fast 60 Jahren vergewaltigt und anschließend ermordet zu haben.
Die Tat hatte sich im Jahr 1967 ereignet – der Täter war seitdem untergetaucht, die Spur kalt. Doch Ermittler gaben den Fall nie auf: Immer wieder wurden Spuren neu untersucht, moderne DNA-Analysen ausgewertet, Zeugen befragt. Jetzt, fast sechs Jahrzehnte später, hat eine Jury den damals jungen Mann überführt.
Berichten zufolge handelt es sich um den ältesten Cold Case, den die britische Polizei je gelöst hat. Cold Cases – so nennen Ermittler Fälle, die lange ungeklärt bleiben, bei denen aber neue technische Möglichkeiten oder neue Hinweise die Ermittlungen wieder anstoßen. Gerade die Fortschritte bei der DNA-Analyse haben in den vergangenen Jahren viele alte Verbrechen ans Licht geholt – und Täter zur Rechenschaft gezogen, die sich längst in Sicherheit wähnten.
Das genaue Strafmaß für den 92-Jährigen soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Für die Angehörigen der Frau bedeutet das Urteil, dass sie nach all den Jahren endlich Gewissheit haben – und dass sich am Ende doch noch zeigt: Mord verjährt nicht, und Gerechtigkeit hat keine Frist.