Am 15. Juni 2025 hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) 103 Schulen in Deutschland offiziell als „Verbraucherschulen“ ausgezeichnet – so viele wie nie zuvor seit Beginn der Initiative. Damit wird ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung von alltagsnaher Bildung gesetzt: Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig lernen, informierte und selbstbestimmte Konsumentscheidungen zu treffen.
Die ausgezeichneten Schulen setzen sich in besonderem Maße für Verbraucherbildung in vier zentralen Bereichen ein: Finanzkompetenz, Konsumverhalten, Medienbildung und Ernährung. Sie vermitteln jungen Menschen Fähigkeiten, die sie benötigen, um sich sicher und reflektiert in einer zunehmend komplexen Konsumwelt zurechtzufinden – sei es beim Umgang mit Geld, der Bewertung von Werbung, dem Schutz persönlicher Daten oder dem nachhaltigen Einkauf von Lebensmitteln.
Die Auszeichnung erfolgt in drei Stufen – Gold, Silber und Bronze – abhängig von der Intensität, der Reichweite und der methodischen Qualität der Maßnahmen, die in den Schulalltag integriert sind. Unter den diesjährigen Preisträgern sind Grundschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen aus allen Bundesländern vertreten.
Ramona Pop, Vorständin des vzbv, lobte das Engagement der Schulen:
„Verbraucherbildung ist keine Randnotiz, sondern gehört ins Zentrum der schulischen Bildung. Wer Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten will, darf Fragen rund um Geld, Konsum und Ernährung nicht ausklammern.“
Viele der ausgezeichneten Schulen integrieren Verbraucherbildung projektorientiert in ihren Unterricht – etwa durch Schülerfirmen, Finanzplanspiele, Medienworkshops oder Kochkurse mit regionalen Zutaten. Auch Kooperationen mit externen Partnern wie Verbraucherzentralen, lokalen Betrieben oder Bildungseinrichtungen spielen eine wichtige Rolle.
Mit der Rekordzahl an Auszeichnungen wächst auch das bundesweite Netzwerk der „Verbraucherschulen“. Es bietet den teilnehmenden Schulen nicht nur eine Plattform zum Austausch bewährter Konzepte, sondern auch regelmäßige Fortbildungen, Arbeitsmaterialien und öffentliche Anerkennung für ihr Engagement.
Angesichts der Herausforderungen wie Digitalisierung, Verschuldung bei Jugendlichen, gezieltem Online-Marketing und Fake News betont der vzbv die Notwendigkeit, Verbraucherbildung systematisch in allen Schulen zu verankern. Die steigende Zahl der zertifizierten Schulen zeigt: Die Bildungslandschaft in Deutschland bewegt sich – hin zu einem Unterricht, der Jugendliche nicht nur auf Prüfungen, sondern auch auf den Alltag vorbereitet.