Ein unerwarteter Rückschlag für die Ladenkassen: Der deutsche Einzelhandel hat im Mai erneut weniger umgesetzt als im Monat zuvor – und das, obwohl die Inflation langsam nachlässt. Laut Statistischem Bundesamt fielen die Umsätze gegenüber April um 1,2 Prozent, inflationsbereinigt liegt das Minus sogar bei 1,6 Prozent.
Ein schlechtes Zeichen für die Wirtschaft, die auf kauffreudige Verbraucher angewiesen ist. Doch die Zurückhaltung bleibt, warnt Alexander Krüger, Chefökonom der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank: „Größere und nachhaltige Konsumsprünge sind vorerst nicht zu erwarten. Das Konsumklima bessert sich einfach nicht.“
Die Gründe für die Kaufzurückhaltung sind vielfältig: Viele Haushalte spüren noch immer die Nachwirkungen der hohen Energiepreise, manche fürchten steigende Mieten oder mögliche Jobrisiken. Hinzu kommt die allgemeine Unsicherheit, ob die Preise wirklich stabil bleiben.
Für Händler bedeutet der Dämpfer: Rabatte, Aktionen und Lockangebote könnten in den kommenden Monaten wieder wichtiger werden, um die Kunden doch noch in die Geschäfte zu locken. Für Verbraucher bleibt es eine gute Nachricht – wer Geduld hat, kann vielleicht bald wieder mehr Schnäppchen machen.