Rom, Paris, Wien – halb Europa verwandelt sich dieser Tage in einen flimmernden Backofen. Eine ungewöhnlich frühe und gnadenlos starke Hitzewelle rollt seit dem Wochenende über den Kontinent – und bringt Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke.
Von Deutschland bis Griechenland schlagen Behörden Alarm: In Italien gelten für mehr als 20 Städte Hitzewarnungen – darunter Rom, Mailand, Neapel und Venedig. Das Thermometer kratzt vielerorts an der 40, in manchen Regionen gar darüber. Zwischen 11 und 18 Uhr heißt es: besser im Schatten bleiben, Sport vermeiden, Klimaanlagen aufdrehen – so lauten die Ratschläge der Gesundheitsbehörden. Nicht ohne Grund: Italien hält seit 2021 mit 48,8 Grad den europäischen Hitzerekord – ein Wert, der auch in diesem Jahr in Reichweite scheint.
Auch Spanien und Portugal brennen unter der Sonne: In Lissabon werden 42 Grad erwartet, nachts fällt das Quecksilber mancherorts nicht unter 25 Grad. Portugal rief für zwei Drittel des Landes höchste Alarmbereitschaft aus – nicht nur wegen der Gluthitze, sondern auch wegen akuter Waldbrandgefahr.
Frankreich reagiert mit kreativen Ideen: In Marseille darf man derzeit kostenlos ins Schwimmbad, um der Hitze zu entkommen. In der zweitgrößten Stadt Frankreichs klettert das Thermometer bis auf 40 Grad. Doch mit der Hitze kommen auch Unwetter: Sturmböen mit bis zu 120 km/h sorgten zuletzt für zusätzliche Gefahr.
Auch auf dem Balkan brennt die Luft: Kroatien, Albanien, Serbien – überall warnt man vor Hitze und Bränden. Allein in Albanien wurden binnen 24 Stunden acht neue Feuer gemeldet. Auf der griechischen Insel Chios fressen sich die Flammen seit Tagen durch Wälder – mehr als 4.000 Hektar sind bereits verbrannt.
Österreich ist ebenfalls mittendrin in der Glut. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Samstag sollen die Temperaturen ab Sonntag wieder deutlich steigen – in Kärnten und im Osten des Landes drohen Werte von bis zu 38 Grad. Auch Deutschland stellt sich auf Extremwerte ein: Im Südwesten könnte das Thermometer bis Mittwoch auf 39 Grad klettern. Für Berlin werden 36 Grad erwartet, in Hamburg um 35, im Ruhrgebiet bis zu 37 Grad.
Wer kann, flüchtet ins Wasser oder an klimatisierte Orte. Doch die Wetterdienste warnen: Die Hitzewelle könnte sich noch über Tage ziehen – gespeist von einem afrikanischen Hoch namens „Pluto“. Ein Name, der uns wohl noch länger ins Schwitzen bringt.