Berlin/Washington – Im US-Wahlkampfjahr 2025 sorgt eine Schlammschlacht zwischen Ex-Präsident und erneutem Amtsinhaber Donald Trump und Multimilliardär Elon Musk für politische Erdbeben – und könnte gravierende Folgen für Trumps umstrittenes „Megabill“ haben. Nur eine Stunde vor einer entscheidenden Abstimmung im US-Senat ließ Musk auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) kein gutes Haar an Trumps Wirtschaftsgesetz.
Musk tobt: „Job-Killer und Wahnsinn!“
Mit markigen Worten rechnete der Tesla- und SpaceX-Chef mit dem Gesetzesentwurf ab, den er als „strategische Katastrophe“ für die USA bezeichnete. Der Megabill sei „verrückt, zerstörerisch“ und „eine schamlose Subventionierung der Industrie von gestern auf Kosten der Jobs von morgen“, so Musk gegenüber seinen 220 Millionen Followern.
Der Gesetzentwurf, mit dem Trump unter anderem klassische Industriebranchen wie Kohle, Stahl und Öl massiv stützen will, steht bei progressiven Republikanern wie Demokraten gleichermaßen in der Kritik. Musk, der zeitweise Trumps Regierungsberater für Staatsausgaben war, warnt: Der Entwurf könnte „Millionen Jobs kosten“ – insbesondere in innovativen Zukunftsbranchen wie E-Mobilität, Raumfahrt oder KI.
Wirtschaftskriegszone mit persönlicher Note
Der öffentliche Schlagabtausch hat inzwischen auch eine persönliche Ebene erreicht. Musk hatte Anfang Juni in einem inzwischen gelöschten Beitrag angedeutet, Trump tauche in „vertraulichen Unterlagen des Justizministeriums“ rund um den Fall Epstein auf – eine Behauptung, die das Weiße Haus energisch zurückwies. Musk entschuldigte sich später für die Formulierung, räumte aber keine inhaltliche Falschaussage ein.
Trump wiederum warf Musk vor, „aus der Spur geraten“ zu sein, nachdem seine Regierung die Subventionen für E-Autos gestrichen hatte. Außerdem habe er Musks Wunschkandidaten für die Leitung der NASA abgelehnt. „Ich habe ihm sein EV-Mandat gestrichen, und er ist durchgedreht!“, polterte Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Hintergrund: Ein Gesetzentwurf, der spaltet
Der sogenannte Megabill ist Trumps wirtschaftspolitisches Prestigeprojekt – ein Mix aus Steuererleichterungen, Investitionspaketen und protektionistischen Maßnahmen. Kritiker werfen ihm vor, Zukunftstechnologien auszubremsen und alten Industrien auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit künstlich neues Leben einzuhauchen.
Die entscheidende Senatsabstimmung über die Eröffnung der Debatte über das Gesetz war zum Zeitpunkt von Musks Kommentar noch offen – die Republikaner sind tief gespalten. Musk legte nach: „Umfragen zeigen, dass dieses Gesetz der republikanischen Partei das Genick brechen wird.“
Fazit: Showdown der Supermächtigen
Was hier gespielt wird, ist mehr als ein Machtkampf zweier Egos. Es ist eine Grundsatzdebatte darüber, in welche Richtung die US-Wirtschaft steuert – zurück in die Vergangenheit oder mutig in die Zukunft. Während Trump nostalgisch die industrielle Glorie Amerikas beschwört, setzt Musk auf technologischen Fortschritt. Was daraus wird, entscheidet sich vielleicht in genau diesem Moment – im Nebel zwischen Senatsdebatte und Social-Media-Feuerwerk.