Paris – Ein Stück europäischer Geschichte hat einen neuen Besitzer gefunden: Ein originales Feldbett, das einst dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte gehörte, wurde in Paris für rund 70.000 Euro versteigert. Das eiserne, zusammenklappbare Bettgestell misst laut Auktionshaus Sotheby’s 1,84 Meter in der Länge und diente dem legendären Feldherrn während seiner zahlreichen militärischen Feldzüge.
Nach Angaben des Auktionshauses war Napoleon so überzeugt von der Zweckmäßigkeit und Mobilität dieses Betttyps, dass er stets ein solches Modell mit sich führte – vom Italienfeldzug bis nach Russland. Das robuste Gestell konnte leicht transportiert und innerhalb weniger Minuten aufgestellt werden – ein pragmatischer Luxus, der zum Stil des Kaisers passte.
Große Nachfrage nach Napoleons Nachlass
Napoleons persönliche Gegenstände stoßen derzeit auf enorme Nachfrage im internationalen Sammlermarkt. Liebhaber von Militärgeschichte, Museen und private Investoren interessieren sich zunehmend für originale Artefakte aus dem Leben des französischen Kaisers, dessen Mythos bis heute fasziniert. Bereits im Mai 2025 sorgte eine Versteigerung eines seiner Säbel für weltweite Aufmerksamkeit: Das prunkvoll verzierte Stück erzielte den Rekordpreis von 4,7 Millionen Euro.
Zeitzeuge imperialer Mobilität
Das nun versteigerte Feldbett ist weit mehr als nur ein Möbelstück – es ist ein Zeugnis der militärischen Mobilität und Disziplin, mit der Napoleon seine Feldzüge organisierte. „Dieses Bett war Teil des kaiserlichen Trosses – ein Symbol für Napoleons Anspruch, auch im Feld nicht auf geordnete Verhältnisse zu verzichten“, so ein Sprecher von Sotheby’s. Die Ausstattung Napoleons sei damals minutiös geplant gewesen, von Feldmöbeln über Zelte bis hin zu mitgeführten Bibliotheken.
Sammlermarkt im Aufwind
Experten sehen in der gestiegenen Nachfrage nach Napoleons persönlichen Objekten auch ein Zeichen für die Wiederbelebung des historischen Sammlermarkts insgesamt. „Gerade Persönlichkeiten mit globaler Ausstrahlung, deren Leben mit entscheidenden Epochen verbunden ist, erleben aktuell eine Art Renaissance“, erklärt ein Historiker des Musée de l’Armée in Paris. Das gelte besonders für Originale mit belegbarer Provenienz.
Die Identität des Käufers des Feldbetts wurde nicht bekannt gegeben. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass es seinen Weg in eine private Sammlung oder ein Spezialmuseum finden wird.