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Lisa Jewell: Die Queen des literarischen Gaslightings – und warum sie sich jetzt endlich traut, Männer umzubringen (nur auf Papier, versprochen)
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Lisa Jewell: Die Queen des literarischen Gaslightings – und warum sie sich jetzt endlich traut, Männer umzubringen (nur auf Papier, versprochen)

MIH83 (CC0), Pixabay

Von außen betrachtet wirkt Lisa Jewell wie die nette Nachbarin, die dir beim Umzug hilft und dir später einen Zitronenkuchen vorbeibringt. Innen drin? Da lauert das Skript für dein nächstes psychologisches Trauma. Willkommen in der Welt der Bestsellerautorin, die sich offenbar zur persönlichen Mission gemacht hat, charmante Soziopathen auf Papier zu jagen.

Von Zuckerguss zu Zynismus

Früher hat Jewell romantische Komödien geschrieben, bei denen man als Leser dachte: „Hach, wie süß – oh Moment, hat da gerade jemand einen Nervenzusammenbruch hinterm Vorhang?“ Schon in ihren frühen Werken mischte sich unter den rosa Buchumschlag gern mal ein bisschen emotionales Zerlegen von Figuren.

Aber irgendwann, sagt sie, reichte es mit der Romantik. Es war Zeit, Leute sterben zu lassen. Endlich.

„Don’t Let Him In“: Tinder-Trauma meets True Crime

In ihrem neuen Thriller „Don’t Let Him In“ geht’s – Überraschung – um einen dieser Typen, die plötzlich wie ein Instagram-Fitnesscoach ins Leben treten und dann nach zwei Wochen spurlos verschwinden. Nur dass sie diesmal nicht nur das Herz, sondern auch ein paar Leichen hinterlassen.

Jewell hat sich dafür bei TikTok-Detektivinnen, Facebook-Hilferufen und True-Crime-Dokus inspirieren lassen. Sie wollte einen dieser Männer „festnageln“, sagt sie. Nicht auf dem Scheiterhaufen, sondern auf dem Papier. Eine literarische Hinrichtung also. Sympathisch.

Authentische Lügen, aus Erfahrung gut

Jewell gibt zu, dass sie keine gute Lügnerin sei – was vermutlich viele beruhigt, die sie im echten Leben kennen. Trotzdem gelingen ihr in ihren Büchern raffinierte Gaslighting-Manöver. Kein Wunder: Ihre eigene Geschichte mit einem „coercive controller“ (deutsch: manipulativer Mistkerl) liefert das Fundament für viel Empathie – und ein bisschen kreative Rache.

Happy Ends? Nur mit Nervenzusammenbruch

Eines kann man Lisa Jewell nicht vorwerfen: dass sie’s langweilig enden lässt. Ihre Bücher haben Schlusswendungen, bei denen Leser angeblich regelmäßig ihren Kaffee verschütten. Jewell nennt das „ambitioniert“. Andere nennen es „psychische Grenzerfahrung“.

Bald auf Netflix: Mord mit Aussicht?

Zwei Jewell-Romane, darunter „None of This is True“, sollen bei Netflix verfilmt werden. Die Autorin bleibt vorsichtig optimistisch – also genau das Gegenteil ihrer Bücher, in denen Optimismus meist die erste Figur ist, die stirbt.

Fazit: Wenn du denkst, du kennst deinen Mann…

… lies Lisa Jewell. Und wenn du merkst, dein Partner schaut dich beim Lesen zu genau an – wechsel das Genre. Oder das Schloss an der Tür.

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