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Resistente Keime im Grillfleisch: Greenpeace schlägt Alarm

LoboStudioHamburg (CC0), Pixabay

Antibiotikaresistente Keime im Fleisch aus deutschen Supermärkten stellen laut einer aktuellen Untersuchung von Greenpeace weiterhin ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Die Umweltschutzorganisation hat im Vorfeld der Grillsaison insgesamt 43 Fleischproben aus verschiedenen Discountern und Supermarktketten in mehreren Bundesländern untersuchen lassen – mit besorgniserregenden Ergebnissen.

Besonders betroffen: Schweinefleisch und Geflügel

Von den 31 getesteten Schweinefleischproben waren 12 mit antibiotikaresistenten Bakterien belastet – das entspricht einem Anteil von fast 40 %. Bei Hähnchenfleisch war die Quote sogar noch höher: Sechs von zwölf Proben enthielten ebenfalls resistente Keime.

Nach Angaben von Greenpeace wurden insbesondere sogenannte ESBL-bildende Bakterien gefunden – diese produzieren Enzyme, die bestimmte Antibiotika unwirksam machen. Auch multiresistente Erreger, gegen die gleich mehrere Antibiotikaklassen keine Wirkung mehr zeigen, wurden nachgewiesen.

Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Die größte Gefahr liegt laut Experten nicht im unmittelbaren Verzehr von durchgegarten Fleischprodukten, sondern im unsachgemäßen Umgang mit rohem Fleisch – etwa beim Schneiden oder Würzen ohne anschließende gründliche Hand- und Flächenhygiene. So können resistente Bakterien auf Menschen übertragen werden, etwa über Hände, Küchenutensilien oder Arbeitsflächen.

Infektionskrankheiten durch resistente Keime lassen sich im Ernstfall nur noch schwer oder gar nicht mehr mit gängigen Antibiotika behandeln. Das kann zu schweren oder langwierigen Krankheitsverläufen führen – insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, älteren Personen oder Kindern.

Ursache: Massentierhaltung und Antibiotikaeinsatz

Greenpeace sieht die Ursache für die Resistenzentwicklung vor allem im flächendeckenden Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Auch wenn gesetzliche Vorgaben den Einsatz einschränken, werden Tiere laut Greenpeace oft prophylaktisch oder in zu großen Beständen mit Antibiotika behandelt. Die Folge: resistente Bakterien verbreiten sich nicht nur im Stall, sondern gelangen über das Fleisch auch in den Handel.

Greenpeace fordert Konsequenzen

Greenpeace fordert von der Politik und der Fleischindustrie ein konsequentes Umdenken. Unter anderem verlangt die Organisation:

  • einen deutlichen Abbau der industriellen Massentierhaltung,

  • strengere Kontrollen und ein wirksames Monitoring des Antibiotikaeinsatzes,

  • sowie eine verbindliche Herkunftskennzeichnung von Fleischprodukten, damit Verbraucher besser informiert entscheiden können.

Zudem appelliert Greenpeace an die Konsumenten, beim Einkauf auf Bio-Fleisch oder pflanzliche Alternativen umzusteigen, da dort der Einsatz von Antibiotika deutlich geringer oder gar nicht erlaubt ist.

Fazit

Die Untersuchung zeigt einmal mehr, dass resistente Keime im Fleisch kein Einzelfall, sondern ein systemisches Problem der industriellen Tierhaltung sind. Wer sich schützen will, sollte beim Umgang mit rohem Fleisch besonders auf Hygiene achten – und sich beim Einkaufen bewusst für tier- und umweltfreundlichere Alternativen entscheiden.

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