Oliven gehören für viele zu Antipasti, Salat oder Pizza einfach dazu – doch nicht alle dieser beliebten Früchte sind so harmlos, wie sie scheinen. Eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) offenbart bedenkliche Mengen des potenziell krebserregenden Stoffes Acrylamid in künstlich geschwärzten Oliven. Betroffen sind vor allem Produkte, bei denen die tiefschwarze Farbe durch Eisensalze künstlich erzeugt wurde – eine gängige Praxis bei billiger Superware.
Acrylamid in bedenklichen Mengen – ohne Richtwert
Bei der Analyse von zwölf Olivenprodukten wurden Acrylamidgehalte zwischen 125 und 1380 Mikrogramm pro Kilogramm festgestellt – ein Spektrum, das laut AK OÖ von „moderat bis alarmierend“ reicht. Zwar existiert derzeit kein spezifischer Grenzwert für Oliven, doch aus der Toxikologie ist bekannt: Acrylamid steht im Verdacht, krebserregend zu sein, und sollte deshalb generell so gering wie möglich aufgenommen werden.
Die Ursache liegt im Herstellungsprozess: Die ursprünglich grünen Oliven werden durch Zugabe von Eisensalzen schwarz gefärbt – ein Verfahren, das in Kombination mit Hitzebehandlung offenbar die Acrylamidbildung begünstigt. Natürlich gereifte schwarze Oliven – meist violett bis braun – zeigen diese Belastung hingegen kaum.
Verbraucherschutz fordert Transparenz und Grenzwerte
Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse fordert die AK OÖ verbindliche Acrylamid-Richtwerte auch für Oliven – analog zu anderen Lebensmitteln wie Pommes, Chips oder Kaffee, bei denen solche Höchstwerte bereits gelten. Zudem sollten Hersteller verpflichtet werden, ihre Produktionsverfahren so zu gestalten, dass die Acrylamidbelastung minimiert wird.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelhafte Kennzeichnungspflicht: Zwar waren bei drei Viertel der Produkte Hinweise auf die künstliche Schwärzung gut erkennbar, doch bei einem Artikel mit besonders hohem Acrylamidgehalt fehlte der Hinweis vollständig. Nur ein aufmerksamer Blick auf den Inhaltsstoff „Eisenlaktat“ in der Zutatenliste konnte einen Hinweis liefern – das ist für viele Verbraucher realitätsfern.
Auch Salzgehalt variiert stark
Zusätzlich wurde im Rahmen des Tests auch der Salzgehalt überprüft. Dieser schwankte zwischen 1,5 und 4,5 Gramm pro 100 Gramm, was in Anbetracht der maximal empfohlenen Tageszufuhr von sechs Gramm ein weiterer ernährungsphysiologischer Aspekt ist. Für Menschen mit erhöhtem Blutdruck oder anderen gesundheitlichen Risiken kann das schnell kritisch werden – vor allem bei regelmäßigem Verzehr.
Fazit aus Verbrauchersicht
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet der Test: Wachsamkeit ist gefragt. Wer gesundheitliche Risiken vermeiden will, sollte bevorzugt natürlich gereifte Oliven kaufen – erkennbar an ihrer bräunlich-violetten Farbe – und sich bewusst mit den Deklarationen auf der Verpackung auseinandersetzen. Auch der Griff zu etwas teureren Produkten kann sich lohnen, da diese oft weniger intensiv verarbeitet und besser gekennzeichnet sind.
Insgesamt macht der Bericht deutlich: Es braucht mehr Transparenz, klare Vorgaben für Hersteller und konsequenten Schutz der Verbraucherinteressen – nicht zuletzt, um gesundheitlich bedenkliche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und wirksam gegenzusteuern.