Der in den USA inhaftierte R&B-Sänger R. Kelly (58) wurde laut Angaben seiner Anwälte nach einer mutmaßlichen Überdosis Medikamente ins Krankenhaus eingeliefert. Die Überdosis sei ihm am 12. Juni von Gefängnispersonal im Bundesgefängnis FCI Butner in North Carolina verabreicht worden – angeblich in deutlich höherer Dosis als üblich.
Kelly, mit bürgerlichem Namen Robert Kelly, verbüßt derzeit eine 30-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.
Am 13. Juni habe Kelly nach eigenen Angaben plötzlich Schwindel, Sehprobleme und Bewusstlosigkeit erlitten. Er sei daraufhin ins Duke University Hospital gebracht worden. Laut seinen Anwälten sollte dort ein lebenswichtiger Eingriff zur Behandlung von Blutgerinnseln in der Lunge erfolgen. Doch bereits nach zwei Tagen sei Kelly gegen ärztlichen Rat von bewaffnetem Wachpersonal zurück in Einzelhaft gebracht worden.
Schwere Vorwürfe gegen Gefängnispersonal
Besonders brisant: Kellys Anwaltsteam behauptet, drei Gefängnisbeamte hätten einen Plan geschmiedet, ihn von einem Mitinsassen töten zu lassen. Diese Anschuldigung ist Teil eines Antrags auf Haftentlassung, der aktuell vor Gericht verhandelt wird.
Anwalt Beau Brindley sprach in einer Erklärung von einem gezielten Tötungsversuch: „Sie wollen R. Kelly tot sehen, bevor die Wahrheit über die gegen ihn geführten Verfahren ans Licht kommt.“
Brindley rief erneut Ex-Präsident Donald Trump auf, den Musiker zu begnadigen: „Die Gerichte sind zu langsam. Nur Trump kann ihn jetzt noch retten.“
Justiz weist Vorwürfe entschieden zurück
Die Bundesanwaltschaft bezeichnete Kellys Darstellung als „theatralisch, manipulativ und rechtlich haltlos“. Sein Antrag sei formal unzulässig und eine „Verhöhnung der Opfer“, so die offizielle Stellungnahme.
R. Kelly war in New York zu 30 Jahren Haft und in Chicago zu weiteren 20 Jahren verurteilt worden, von denen ein Jahr zusätzlich verbüßt werden muss.
Insgesamt droht ihm damit eine faktisch lebenslange Haftstrafe.