Hollywoodstar Bradley Cooper hat bei einer Filmvorführung am 12. Juni sehr persönliche Einblicke in seine Zeit als pflegender Sohn gegeben. Anlass war die Premiere seines neuen Dokumentarfilms Caregiving, der am 24. Juni um 21 Uhr (ET) auf PBS ausgestrahlt wird.
Cooper erzählte, dass er acht Monate lang zu seinen Eltern zog, um seinen schwerkranken Vater zu pflegen – eine Rolle, die er sich selbst lange Zeit nicht bewusst machte: „Ich habe nicht einmal realisiert, dass ich ein pflegender Angehöriger war.“ Die Aufgaben reichten vom Baden des Vaters bis hin zur Hilfe beim Gang zur Toilette.
In der Diskussionsrunde zur Filmpremiere tauschte sich Cooper mit weiteren prominenten Gästen über ihre Erfahrungen mit Pflege aus, darunter Schauspielerin Uzo Aduba, Emma Heming Willis (Ehefrau von Bruce Willis), sowie die TV-Journalisten Deborah Roberts und Al Roker. Auch Coopers Tochter Lea war anwesend.
Mit großer Wertschätzung sprach Cooper über professionelle Pflegekräfte, die seine Familie damals unterstützten. Doch auch wenn die Pflege für ihn erfüllend war, stellte er rückblickend fest, dass die Zeit danach emotional besonders herausfordernd war: „Es waren die ruhigen Momente danach, in denen ich mich ängstlich, verwirrt und verunsichert fühlte – wegen der Rollenumkehr, wegen allem.“
Besonders berührend war seine Schilderung des Todes seines Vaters, der in seinen Armen starb. Dabei fand Cooper auch Raum für Humor: So erzählte er lachend, dass seine Mutter sich in den letzten Momenten des Lebens ihres Mannes nur Sorgen um Coopers angeblichen „Thunfisch-Atem“ gemacht habe – weil er kurz zuvor ein Sandwich gegessen hatte.
Trotz aller Schwere habe er in der Pflege viel Sinn und sogar Freude gefunden: „Es ist das Leben. Es ist einfach das echte Leben“, resümierte Cooper.
Der Film Caregiving beleuchtet nicht nur Coopers persönliche Geschichte, sondern soll laut dem Schauspieler auch ein Bewusstsein für die emotionale, mentale und gesellschaftliche Dimension von Pflege schaffen.