Am Abend des 12. Juni hat Israel nach eigenen Angaben eine großangelegte Militäraktion gegen den Iran gestartet. Ziel der Angriffe seien Einrichtungen des iranischen Atomprogramms gewesen, insbesondere die Urananreicherungsanlage in Natanz. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete die Operation als einen gezielten Präventivschlag gegen „das Herz des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms“. Auch führende iranische Nuklearwissenschaftler sollen laut israelischer Aussage angegriffen worden sein.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz warnte vor möglichen Gegenschlägen und sprach von einer erwarteten „Raketen- und Drohnenoffensive“ seitens Irans. Das israelische Militär erklärte, dass Dutzende Kampfjets an dem Angriff beteiligt waren.
Auf iranischer Seite berichtete die staatliche Nachrichtenagentur von Explosionen in und um die Hauptstadt Teheran. Eine unmittelbare militärische Reaktion blieb zunächst aus. Iran betont weiterhin, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken – eine Darstellung, die international zunehmend angezweifelt wird.
Die USA erklärten, nicht an den Angriffen beteiligt gewesen zu sein. Außenminister Marco Rubio betonte, amerikanische Truppen seien nicht involviert. Präsident Trump habe jedoch Maßnahmen ergriffen, um US-Personal in der Region zu schützen. Netanjahu bedankte sich öffentlich bei Trump für dessen Unterstützung und Führungsrolle im Umgang mit dem Iran.
Kritik kam aus dem US-Senat. Senator Jack Reed nannte das israelische Vorgehen eine „verantwortungslose Eskalation“, die die Region destabilisieren könnte.
Der Angriff erfolgt nach einem Jahrzehnt gescheiterter diplomatischer Versuche, das iranische Atomprogramm zu begrenzen. Internationale Organisationen wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) werfen dem Iran vor, Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 % anzureichern – nahe an der für Atomwaffen nötigen Schwelle von 90 %. Am 12. Juni verurteilte die IAEO den Iran erstmals seit 20 Jahren offiziell wegen Verstößen gegen das Atomwaffensperr-Abkommen.
Die Lage bleibt angespannt. Die USA hatten bereits einen Tag vor dem Angriff nicht dringend benötigtes Botschaftspersonal aus dem Irak abgezogen und vor einer Verschärfung der Sicherheitslage gewarnt.