Dies ist kein Tag – dies ist ein Riss in der Zeit,
ein Aufschrei der Stille, ein Dunkel, das schreit.
Zehn Lichter verlöschen, neun davon kaum entfacht,
aus Kinderaugen gelöscht – mitten in der Nacht.
Sie gingen nicht fort, sie wurden entrissen,
aus Leben, aus Spielen, aus Träumen, aus Küssen.
Sie kannten noch kaum das Gewicht dieser Welt –
nun trägt sie ihr Leid, kalt und entstellt.
Oh, Eltern, die ihr nun nur schweigend noch weint,
für euch ist das Morgen ein Ort, der nicht scheint.
Was ihr verloren, ist mehr als ein Kind –
es ist euer Herz, zersprungen im Wind.
Kein Wort kann erfassen, kein Trost kann euch heilen,
ihr müsst mit dem Unfassbaren verweilen.
Eure Welt ist zerbrochen – in einem Moment,
den das Schicksal erbarmungslos „Zufall“ nennt.
Und jene, die sahen, die nebenan standen,
die schreiend und zitternd im Klassenzimmer landeten –
auch sie tragen Narben, nicht sichtbar, doch tief,
die der Tod mit dem Schatten des Grauens beschrieb.
Warum nur? fragt man – doch es bleibt ohne Klang.
Denn der, der zerstörte, er nahm sich den Gang.
Sein letztes Urteil sprach er selbst,
doch das Echo hallt in ewigem Schmerz.
Und selbst seine Mutter – gebrochen, verbannt,
auch ihr wurde der Boden entzogen, verbrannt.
Sie trägt ihren Sohn und das, was er tat,
im Herzen, das nun wie ein Grabstein ward.
Freunde verlöschen, Städte erstarren,
der Alltag wird brüchig in leeren Jahren.
Denn wie lebt man weiter, wenn das Unfassbare bleibt,
wenn der Atem der Zukunft im Gestern verweilt?
Österreich, du trauerst – und wir mit dir.
Die Welt hält den Atem, senkt Haupt und Gier.
In euren Tälern, in eurer Stadt
liegt eine Stille, die keine Sprache hat.
Doch aus der Asche erhebt sich ein Licht,
die Liebe derer, die zerbrechen nicht.
Ein jeder, der weint, der still mit euch geht,
zeigt: Eure Kinder – ihr Licht – vergeht nicht.