Die nordhessische Stadt Kassel führt auch 2025 das Ranking der glücklichsten Großstadtbewohner in Deutschland an. Das geht aus dem aktuellen „Glücksatlas“ der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) hervor. Die Umfrage erfasst regelmäßig die Lebenszufriedenheit der Menschen in den 40 größten deutschen Städten mit über 200.000 Einwohnern. Wie schon im Vorjahr steht Kassel auf Platz 1, während Rostock erneut das Schlusslicht bildet.
Kassel punktet mit Lebensnähe statt Großstadtstress
Die Studie zeigt: Die Menschen in Kassel schätzen besonders die Kombination aus städtischer Infrastruktur und naturnahem Umfeld. Die Stadt ist von Grünflächen durchzogen, das Umland bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten – und gleichzeitig lassen sich viele Dinge des Alltags schnell und unkompliziert erledigen. Laut Auswertung der SKL fühlen sich die Menschen in Kassel weniger gestresst, verfügen über eine bessere Work-Life-Balance und sind im Schnitt sozial stärker eingebunden als in vielen anderen Städten.
Zudem gelten die Wohnkosten in Kassel als moderat – im Vergleich zu Städten wie München, Berlin oder Frankfurt. Das wirkt sich positiv auf das Sicherheitsgefühl und die finanzielle Entlastung der Bürgerinnen und Bürger aus. Gerade diese Faktoren sind laut Studienautoren zentrale Voraussetzungen für eine hohe Lebenszufriedenheit.
Je größer die Stadt, desto unzufriedener die Menschen?
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Mit wachsender Einwohnerzahl sinkt tendenziell das persönliche Glücksgefühl. In Städten wie Berlin, Hamburg oder Köln berichten die Befragten häufiger von Überforderung, sozialer Isolation oder Problemen bei der Wohnungssuche. Auch die Lärmbelastung, der Verkehr und das Sicherheitsgefühl wurden in den Metropolen eher negativ bewertet.
Zwar bieten große Städte ein vielfältiges kulturelles Angebot und gute berufliche Chancen, doch diese Vorteile scheinen nicht automatisch für mehr Lebensglück zu sorgen. Vielmehr zeigen sich in den Daten klare Belastungstendenzen – vor allem dort, wo die Urbanisierung zu einer spürbaren Verdichtung des Alltags führt.
Lebenszufriedenheit ist mehr als Infrastruktur
Laut SKL spielen neben objektiven Faktoren wie Einkommen, Gesundheit und Sicherheit auch subjektive Einschätzungen eine große Rolle. Wer etwa gute Nachbarschaftsbeziehungen pflegt, sich in seiner Umgebung sicher fühlt und Zugang zu Erholungsräumen hat, bewertet sein Leben tendenziell positiver. In kleineren Großstädten wie Kassel, Krefeld oder Erfurt scheint diese soziale Nahbarkeit besser erhalten geblieben zu sein.
Schlusslicht Rostock: Probleme mit Perspektiven?
Dass Rostock erneut den letzten Platz belegt, überrascht kaum: Die Stadt hat mit strukturellen Problemen zu kämpfen, etwa im Bereich Arbeitsmarkt, Gesundheitsversorgung oder öffentlicher Nahverkehr. Auch das Vertrauen in politische und gesellschaftliche Institutionen fällt laut Glücksatlas in Rostock besonders gering aus.
Fazit: Städte brauchen mehr als Wachstum
Der Glücksatlas 2025 macht deutlich: Größe allein macht nicht glücklich. Städte, die ihren Bürgerinnen und Bürgern ein ausgewogenes Verhältnis von Infrastruktur, Natur, sozialen Kontakten und leistbarem Wohnraum bieten, schneiden im Glücksranking besser ab – unabhängig von ihrer Bekanntheit oder wirtschaftlichen Kraft.