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Gerry Weber schließt alle Geschäfte in Deutschland – spanisches Modeunternehmen übernimmt die Marke

ThomasWolter (CC0), Pixabay

Der bekannte deutsche Modehersteller Gerry Weber wird alle seine Filialen in Deutschland schließen. Das Unternehmen steckt in einem Insolvenzverfahren und hat nun ein neues Kapitel eingeschlagen. Die Marke selbst wird weitergeführt, allerdings unter neuer Leitung. Ein spanisches Familienunternehmen mit dem Namen Victrix übernimmt die Rechte an der Marke Gerry Weber. Victrix ist bereits in der Modebranche aktiv und will die bekannte Modemarke aus Deutschland in sein eigenes Angebot aufnehmen.

Ein Ausschuss aus Gläubigern, also den Personen und Firmen, denen Gerry Weber Geld schuldet, hat dem Vorschlag zugestimmt. Auch der vorläufige Sachwalter, ein Anwalt, der das Insolvenzverfahren beaufsichtigt, hat dem Plan zugestimmt. Damit ist klar: Die Marke Gerry Weber gehört künftig den Spaniern. Die bestehenden Läden in Deutschland jedoch – rund 40 an der Zahl – werden geschlossen. Auch in anderen Ländern sollen Filialen dichtgemacht werden.

Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das eine schlechte Nachricht. Noch ist nicht genau bekannt, wie viele von ihnen ihren Job verlieren werden, aber durch die Schließungen sind sehr viele Arbeitsplätze in Gefahr. Es ist unklar, ob die neue Eigentümerin in Zukunft neue Stellen schaffen oder nur auf andere Vertriebswege setzen wird.

Gerry Weber war jahrzehntelang eine feste Größe im deutschen Einzelhandel. Die Mode war vor allem bei Frauen beliebt, die Wert auf klassische, hochwertige Kleidung legten. Doch in den letzten Jahren geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Der stationäre Handel hat es durch die zunehmende Konkurrenz aus dem Internet schwer. Die Corona-Pandemie hat die Probleme verschärft. Schon 2019 hatte Gerry Weber Insolvenz angemeldet, nun folgt ein weiterer drastischer Schritt.

Auch wenn die Marke Gerry Weber weiter existieren soll, wird sie in Deutschland künftig nicht mehr mit eigenen Geschäften vertreten sein. Kundinnen können die Kleidung wahrscheinlich nur noch online oder bei anderen Händlern kaufen. Für viele wird das ein Verlust sein – nicht nur wegen der Mode, sondern auch, weil eine bekannte Marke aus den Innenstädten verschwindet. Gerry Weber ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie stark sich der Einzelhandel in Deutschland gerade verändert.

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