Mit einem 48-stündigen Streik und groß angelegten Protestaktionen reagieren rund 14.000 Taxi-Fahrer in Athen auf eine aus ihrer Sicht ungerechte Bevorzugung von Uber am internationalen Flughafen. Der Unmut richtet sich insbesondere gegen die Entscheidung der Flughafenbetreiber, Uber-Fahrzeugen exklusive Halteplätze im Ankunftsbereich einzuräumen – ein Privileg, das den regulären Taxis bislang nicht gewährt wurde.
Fixpreise und Konkurrenzkampf
Zusätzlich kritisieren die Taxi-Gewerkschaften den staatlich festgelegten Fixpreis für Fahrten zwischen dem Flughafen und dem Athener Stadtzentrum. Dieser schränke ihre Flexibilität ein und führe zu Einkommensverlusten – besonders angesichts steigender Betriebskosten. Der Protest richtet sich nicht nur gegen den Flughafen, sondern auch gegen das griechische Finanzministerium, dem die Fahrer vorwerfen, sich auf die Seite internationaler Plattformunternehmen zu schlagen und die lokale Taxi-Branche zu schwächen.
Blockaden und Verkehrschaos
Für Mittwoch und Donnerstag sind neben dem Streik auch Taxi-Korsos und Straßenblockaden geplant. Ziel ist es, zentrale Verkehrsadern der Stadt sowie Zufahrtsstraßen zum Flughafen massiv zu stören. Schon jetzt wird mit erheblichen Beeinträchtigungen im Berufsverkehr und beim Flughafentransfer gerechnet. Die Polizei rät zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, etwa der S-Bahnverbindung zum Airport.
Symbolischer Kampf um Sichtbarkeit
Der Konflikt ist kein Einzelfall: In vielen europäischen Großstädten kämpfen klassische Taxi-Unternehmen mit dem wachsenden Einfluss von Fahrdienstvermittlern wie Uber. In Athen hat der symbolische Kampf um Halteplätze nun eine neue Eskalationsstufe erreicht – und zeigt einmal mehr, wie schwierig die gerechte Regulierung moderner Mobilitätsangebote sein kann, wenn bewährte Berufsgruppen um ihre Existenz fürchten.
Ob der Druck der Straße Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die nächste Runde im Streit um die Zukunft des Taxigewerbes in Griechenland hat begonnen – mit dem Asphalt als Bühne und Tausenden gelben Taxis als Protestkolonne.