Obwohl die Zahl illegaler Grenzübertritte an der US-mexikanischen Grenze stark zurückgegangen ist, fordert das Heimatschutzministerium (DHS) unter Präsident Donald Trump vom Kongress zusätzliche 45,6 Milliarden US-Dollar für den weiteren Ausbau der Grenzanlagen.
Diese Summe ist Teil eines umfassenden Steuer- und Haushaltsgesetzes, das bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde und derzeit im Senat debattiert wird. Das Gesetz könnte laut Schätzungen das Haushaltsdefizit in den nächsten zehn Jahren um weitere 3,8 Billionen Dollar erhöhen.
„Die sicherste Grenze der US-Geschichte“ – und dennoch Milliardenbedarf?
DHS-Ministerin Kristi Noem erklärte am 20. Mai vor dem Senatsausschuss für Heimatschutz, die Südgrenze sei derzeit „die sicherste in der Geschichte der Vereinigten Staaten“. Dennoch gäbe es weiterhin „verwundbare Abschnitte“, die zusätzliche Maßnahmen erforderten – darunter neue Zäune und verbesserte Überwachungstechnologie.
Noem verteidigte die geplante Investition, betonte jedoch, dass rund ein Drittel der Kameras entlang der Grenze derzeit nicht funktioniere und viele Gebiete nicht ausreichend patrouilliert würden.
Kritik aus den eigenen Reihen
Trotz republikanischer Mehrheit im Senat stößt die Forderung auf Skepsis – auch von Parteikollegen:
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Senator Ron Johnson (R-Wisconsin) wies darauf hin, dass der Bau pro Meile mit rund 14 Millionen Dollar angesetzt sei – bei einer Länge von 1.950 Meilen sei dies weit überdimensioniert. Bereits 700 Meilen sind mit Zäunen gesichert.
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Ausschussvorsitzender Rand Paul (R-Kentucky) kritisierte: „Selbst wenn wir weitere 1.000 Meilen sichern wollten, würden wir 12 Milliarden brauchen – nicht 45.“ Die Rechnung des DHS sei „um den Faktor drei bis vier daneben“.
Noem antwortete, die tatsächlichen Kosten lägen eher bei 12 Millionen pro Meile, ließ jedoch konkrete Berechnungen offen.
Mauerbau versus nationale Verschuldung
Die Debatte bringt viele Republikaner in ein Dilemma: Einerseits unterstützen sie grundsätzlich Trumps Sicherheitsagenda, andererseits wächst die Sorge um die explodierenden Staatsausgaben – besonders bei kostspieligen Infrastrukturmaßnahmen wie der Grenzmauer.
Fakten: Massive Rückgänge bei illegalen Grenzübertritten
Laut aktuellen Zahlen der US Border Patrol gingen die illegalen Grenzübertritte im April 2025 auf rund 8.400 Begegnungen zurück – im Vergleich zu 129.000 im April des Vorjahres ein dramatischer Rückgang. Die Abwärtsentwicklung hatte bereits unter der Biden-Regierung begonnen.
Fazit
Trotz gesunkener Migrationszahlen pocht das DHS auf weitere Milliardeninvestitionen in Grenzschutz – nicht nur für physischen Ausbau, sondern auch für digitale Überwachung. Im Senat regt sich Widerstand gegen die intransparente Kostenplanung und das politische Signal, das ein solcher Mega-Etat senden würde. Die Entscheidung dürfte die Haushaltsdebatte in den kommenden Wochen weiter prägen.