US-Vizepräsident JD Vance traf am 18. Mai in Rom mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen, um über einen Friedensplan zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen. Das Treffen fand nach der Eröffnungsmesse von Papst Leo XIV. statt und wurde auch von US-Außenminister Marco Rubio begleitet.
Das Gespräch markierte eine positive Wende nach einem hitzigen Treffen im Oval Office im Februar, bei dem Vance Selenskyj mangelnden Respekt vorwarf. Damals schaltete sich auch Ex-Präsident Donald Trump ein und kritisierte den ukrainischen Präsidenten scharf.
In einer Erklärung des Vizepräsidentenbüros hieß es, die beiden Politiker hätten ihr gemeinsames Ziel bekräftigt, das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden. Sie tauschten sich über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu einem Waffenstillstand und einem dauerhaften Frieden aus.
Selenskyj bezeichnete das Gespräch als „gut“ und erklärte, er habe betont, dass die Ukraine bereit sei, sich auf ernsthafte Diplomatie einzulassen. Außerdem unterstrich er die Bedeutung eines schnellen und bedingungslosen Waffenstillstands.
Das Treffen in Rom fand einen Tag vor geplanten Telefongesprächen Trumps mit Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Trump drängt beide Seiten seit Wochen zu einem Waffenstillstand und einem Friedensabkommen, um den Krieg zu beenden, der 2022 mit der russischen Invasion begann. Selenskyj favorisiert einen 30-tägigen Waffenstillstand, während Putin zunächst weitere Gespräche über die Details einer möglichen Waffenruhe fordert.
Ukraine und Russland hatten zuletzt am 16. Mai in der Türkei verhandelt. Es war das erste formelle Treffen beider Seiten seit den Anfangswochen des Krieges. Die Gespräche führten zu einem Gefangenenaustausch und der Einigung, die Verhandlungen fortzusetzen. Putin entsandte jedoch nur ein Verhandlungsteam der zweiten Reihe und lehnte ein persönliches Treffen mit Selenskyj ab.
Trump zeigte sich zuletzt zunehmend ungeduldig gegenüber Putin und drohte mit weiteren Sanktionen gegen Russland, falls es keine Fortschritte gebe. In einem Interview mit NBC forderte der ehemalige Vizepräsident Mike Pence, Trump solle mehr Druck auf Russland ausüben und die militärische Unterstützung für die Ukraine erhöhen.
Während ihres Aufenthalts in Rom trafen Vance und Rubio auch mit der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und dem kanadischen Premierminister Mark Carney zusammen. Neben den Friedensverhandlungen sprachen sie über Handelsfragen, da die Trump-Regierung mit Vergeltungszöllen gegen mehrere Länder droht.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Gespräche in Rom eine Grundlage für weitere Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine schaffen können. Trumps Einfluss auf die Friedensbemühungen bleibt dabei ein zentraler Faktor.