Nach einem dreitägigen Streik haben New Jersey Transit und die Gewerkschaft der Lokführer eine Einigung über Lohnerhöhungen erzielt. Der Streik, der am 16. Mai begann und rund 350.000 Fahrgäste betraf, ist damit beendet. Die Züge sollen ab dem 20. Mai wieder regulär verkehren, um Zeit für Inspektionen und die Vorbereitung der Züge zu haben.
Die Einigung wurde am 18. Mai bekannt gegeben, etwa eine Stunde nachdem die Gewerkschaft die Einigung bestätigt hatte. Gouverneur Phil Murphy lobte das Abkommen als „fair und finanziell verantwortungsvoll“. Er betonte, dass die Vereinbarung Lohnerhöhungen für die Lokführer sicherstellt, ohne die Fahrpreise zu erhöhen.
Tom Haas, Vorsitzender der Brotherhood of Locomotive Engineers and Trainmen (BLET), erklärte, dass der Hauptstreitpunkt die Löhne waren. Die neue Vereinbarung sieht eine höhere Stundenvergütung vor, als im vorherigen Vorschlag, der von den Mitgliedern im März mit 87 % abgelehnt wurde. Zudem wurden Möglichkeiten gefunden, die Löhne zu verbessern, ohne die Haushaltslage von NJ Transit zu belasten oder die Fahrpreise zu erhöhen.
Der Streik war die erste landesweite Arbeitsniederlegung bei New Jersey Transit seit mehr als 40 Jahren. Die Gewerkschaft vertritt 450 Lokführer, die täglich etwa 100.000 Fahrgäste befördern. Während des Streiks mussten Tausende von Pendlern auf alternative Verkehrsmittel ausweichen, was NJ Transit täglich rund 4 Millionen Dollar kostete.
Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Management waren seit über fünf Jahren festgefahren, bevor es zu dem Arbeitskampf kam. Beide Seiten machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Die Gewerkschaft argumentierte, dass die Löhne nicht mit denen vergleichbarer Bahnen in der Region konkurrieren könnten, während NJ Transit angab, die geforderten Lohnerhöhungen seien nicht finanzierbar.
Die nächste Herausforderung besteht darin, die Vereinbarung durch die Gewerkschaftsabstimmung zu bringen. Sollte die Abstimmung scheitern, haben die Parteien 30 Tage Zeit für weitere Verhandlungen, bevor es erneut zu einem Streik kommen könnte. Präsident und CEO von NJ Transit, Kris Kolluri, zeigte sich zuversichtlich, dass die Neuverhandlung diesmal auf die Wünsche der Mitglieder eingehe, da man intensiv die vorherigen Probleme analysiert habe.
Staatsvertreter zeigten sich erleichtert über die Einigung. Rep. Nellie Pou lobte die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten und hofft auf eine baldige Normalisierung des Zugbetriebs. Auch Staatsgouverneur Murphy sprach von einem „großen Sieg für New Jersey“ und betonte die Bedeutung des Nahverkehrs für den Arbeitsalltag und die Wirtschaft des Bundesstaates.
Senatspräsident Nick Scutari bezeichnete die Einigung als „wichtigen Erfolg“ und forderte eine langfristige Stärkung des Verkehrssystems. Auch der Sprecher des Repräsentantenhauses, Craig Coughlin, zeigte sich erleichtert über die Rückkehr zur Normalität und betonte, wie wichtig die Wiederaufnahme des Zugverkehrs für die Stabilität sei.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Gewerkschaftsmitglieder dem neuen Vertrag zustimmen und ob die Verhandlungen wirklich langfristigen Frieden im Bahnverkehr von New Jersey bringen.