Nach dem spektakulären Gefängnisausbruch in New Orleans am 16. Mai läuft die Fahndung nach sieben entkommenen Häftlingen weiterhin auf Hochtouren. Insgesamt zehn Insassen hatten aus dem Orleans Parish Prison fliehen können, nachdem sie eine fehlerhafte Zellentür aus der Verankerung gerissen und durch ein Loch hinter einem Toilettensystem geklettert waren.
Drei der Flüchtigen – Kendell Myles, Robert Moody und Dkenan Dennis – konnten inzwischen wieder festgenommen werden. Sie waren wegen verschiedener schwerer Straftaten wie versuchten Mordes, bewaffneten Raubüberfällen und illegalem Waffenbesitz inhaftiert. Einer der Häftlinge wurde nach einem Hinweis aus der Bevölkerung unter einem Auto in einer Hotelgarage im French Quarter entdeckt.
Die Behörden haben die Belohnung für Hinweise, die zur Festnahme der verbliebenen sieben Flüchtigen führen, erheblich erhöht. Das FBI bietet nun 10.000 Dollar pro Häftling, das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF) 5.000 Dollar und die Organisation Crime Stoppers zusätzlich 5.000 Dollar pro Kopf an. Gouverneur Jeff Landry und Senator Cameron Henry tragen die Kosten für die Crime Stoppers-Prämie.
Die Polizei warnt die Bevölkerung, wachsam zu bleiben. FBI-Sonderagent Jonathan Trapp erklärte, dass Personen, die den Flüchtigen helfen, mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Es besteht der Verdacht, dass die Häftlinge Unterstützung von außen erhalten haben. Laut Jeworski Mallett, dem Leiter der Haftanstalt, wäre es ohne externe Hilfe kaum möglich gewesen, die Wand hinter den Toiletten zu durchbrechen. Auch eine Videoaufzeichnung zeigt, wie die Männer die Zellentür manipulierten und über eine Laderampe flüchteten.
Sheriff Susan Hutson bestätigte, dass ein Gefängnismitarbeiter den Ausbruch über die Überwachungskamera beobachtete, aber nicht meldete. Drei Mitarbeiter der Sheriff-Abteilung wurden daraufhin vom Dienst suspendiert. Die Flucht aus dem Orleans Parish Prison war die erste große Massenflucht seit Jahrzehnten und hat erhebliche Sicherheitsmängel offenbart.
Die gesuchten Häftlinge – Corey Boyd, Leo Tate, Jermaine Donald, Derrick Groves, Lenton Vanburen, Antoine T. Massey und Gary C. Price – gelten als gefährlich. Einige von ihnen sind wegen Mordes oder versuchten Mordes angeklagt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Männer sich möglicherweise bereits außerhalb von New Orleans oder sogar in anderen Bundesstaaten aufhalten.
Gouverneur Landry hat eine umfassende Untersuchung des Gefängnisausbruchs angeordnet und die Justizbehörden angewiesen, die Haftbedingungen und die Verwaltung des Gefängnisses einer genauen Prüfung zu unterziehen. Zudem forderte er eine Bestandsaufnahme aller Untersuchungshäftlinge und nicht verurteilter Insassen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Landry kritisierte die Justizverwaltung scharf und betonte, dass die Verzögerung bei den Gerichtsverfahren teilweise dazu geführt habe, dass die Häftlinge überhaupt die Gelegenheit zur Flucht hatten. Er kündigte an, eine Exekutivverordnung zu erlassen, um die Situation zu verbessern.
Die Sicherheitsvorkehrungen im Orleans Parish Prison sollen in den kommenden Wochen deutlich verstärkt werden. Trotz der laufenden Ermittlungen bleibt unklar, wie es den Häftlingen gelang, die Sicherheitsmechanismen der Haftanstalt zu umgehen. Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, verdächtige Aktivitäten sofort den Behörden zu melden.