Im Skisport wird es ab der kommenden Saison wichtige Änderungen für die Sicherheit der Athletinnen und Athleten geben. Der Internationale Skiverband FIS hat angekündigt, dass die gefährlichen Carbonschienen, die manche Skifahrer am Schienbein trugen, verboten werden. Außerdem werden Airbags und spezielle Schutzkleidung künftig für alle vorgeschrieben.
Was sind Carbonschienen – und warum sind sie gefährlich?
Carbonschienen sind harte Einlagen aus Karbon, die den Unterschenkel umschließen und unter dem Skianzug getragen werden. Sie sollen eigentlich schützen und die Kraftübertragung verbessern. Doch sie machen den Ski schwer kontrollierbar. Bei einem Sturz kann es zu besonders starken Hebelwirkungen kommen – und dadurch zu gefährlichen Verletzungen.
Nach mehreren schweren Unfällen in der letzten Saison gab es viel Kritik. Der französische Skifahrer Cyprien Sarrazin zum Beispiel stürzte beim Rennen in Bormio schwer. Er erlitt eine Hirnblutung (Subduralhämatom) und musste operiert werden. Ob er weiter Rennen fahren kann, ist noch unklar.
Auch andere bekannte Fahrer wie Marco Odermatt oder Christof Innerhofer nutzten die Schienen. Im Österreichischen Skiverband (ÖSV) waren sie dagegen wenig beliebt – und werden nun komplett verboten. Die offizielle Zustimmung durch das FIS-Council im Juni gilt nur noch als Formsache.
Trainer und Experten sind erleichtert
Der österreichische Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer begrüßt das Verbot. Er sagte im ORF:
„Man hat gesehen, dass es ausartet. Manche Schienen reichten über den ganzen Schaft hinaus und machten den Ski unkontrollierbar und aggressiv.“
Auch Herbert Mandl, der frühere Alpindirektor des ÖSV, hatte gewarnt:
„Die Belastungsgrenzen wurden überschritten. Die Schienen verstärken die Reaktion des Skis extrem. Das gehört verboten.“
Weitere Sicherheitsmaßnahmen beschlossen
Zusätzlich zum Verbot der Carbonschienen hat die FIS folgende Maßnahmen beschlossen:
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Airbags werden Pflicht:
Diese Schutzsysteme lösen bei einem Sturz automatisch aus und schützen den Rücken. Obwohl sie schon länger erlaubt sind, wurden sie bisher oft nicht getragen – wegen Ausnahmeregeln. Jetzt müssen alle Fahrerinnen und Fahrer sie tragen, ohne Ausnahme. -
Schnittfeste Unterwäsche wird vorgeschrieben:
Diese Kleidung schützt vor Verletzungen durch die scharfen Kanten der Ski. Auch sie wird nun für alle Athleten verpflichtend.
Diese Regeln gelten nicht nur im Weltcup, sondern auch in weiteren Rennen wie dem Europacup.
„Wichtiger Schritt für den Sport“
Cheftrainer Pfeifer ist mit den Neuerungen zufrieden:
„Das ist eine gute Entscheidung für die Sicherheit im Skisport. Beim Airbag muss man noch am Tragekomfort arbeiten. Aber wenn alle zusammenhelfen, wird das besser. Für den Speed-Bereich ist das besonders wichtig.“
Auch die schnittfeste Unterwäsche findet er sinnvoll:
„Darüber gibt es keine Diskussion – sie soll verpflichtend sein.“
Fazit
Im alpinen Skisport stehen große Veränderungen an. Die FIS will mit einem Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit sorgen. Gefährliche Carbonschienen werden verboten, und Airbags sowie schnittfeste Unterwäsche werden Pflicht. Nach vielen schweren Stürzen in der letzten Saison ist das ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz der Sportlerinnen und Sportler.