Ein verheerender Großbrand auf einem Recyclinghof in Munderloh, Gemeinde Hatten (Landkreis Oldenburg), hält seit Freitagabend Feuerwehr, Polizei und Anwohner in Atem. Das Feuer brach gegen 22 Uhr aus und griff rasch auf mehrere hundert Fahrzeuge, Reifentürme, Schrottteile sowie angrenzende Werkstätten und Büroräume über. Laut Kreisfeuerwehr Oldenburg stehen rund zwei Drittel des weitläufigen Geländes in Flammen.
Obwohl die Feuerwehr das Feuer mittlerweile unter Kontrolle bringen konnte, dauern die Nachlöscharbeiten an. Noch immer herrscht eine erhebliche Rauchentwicklung – mit potenziell gesundheitsgefährdenden Auswirkungen. Die Behörden rufen daher alle Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen auszuschalten.
Besonders brisant: Aufgrund der enormen Rauchentwicklung und möglicher Explosionen – bereits in der Nacht gingen gelagerte Gasflaschen in die Luft – wurde die A28 zwischen Oldenburg-Ost und Hude in beide Richtungen vollständig gesperrt. Hunderte Autowracks auf dem Hof stellen eine zusätzliche Gefahr dar, da sie nicht nur schwer zu löschen, sondern auch potenzielle Glutnester bergen. Die Sperrung der Autobahn wird voraussichtlich bis in den späten Nachmittag andauern.
Mehr als 230 Einsatzkräfte sind seit Freitagabend im Dauereinsatz. Verletzt wurde bisher niemand – vorsorglich stehen jedoch Rettungswagen für Anwohner und Einsatzkräfte bereit.
Auch technisch wurde die Bevölkerung gewarnt: Neben Durchsagen per Lautsprecherwagen und Warnmeldungen über Apps wie „Nina“ wurde erstmals auch der Cell Broadcast genutzt. Dabei wurden alle Handys im Umkreis des Brandes automatisch mit einer Warnmeldung versorgt – ein Verfahren, das auch bei Katastrophenalarm Anwendung findet.
Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen werden aufgenommen, sobald die Gefahrenlage vollständig unter Kontrolle ist. Nach Einschätzung der Feuerwehr könnten sich die Nacharbeiten noch mehrere Tage hinziehen – erst wenn alle Autowracks auseinandergezogen und jedes Glutnest gelöscht ist, kann endgültige Entwarnung gegeben werden. Bis dahin heißt es für die Region: Fenster zu, Geduld bewahren – und der Feuerwehr den nötigen Raum geben.