Die Entscheidung von MLB-Kommissar Rob Manfred, die lebenslange Sperre von Pete Rose aufzuheben, sorgt für große Kontroversen. Der frühere Baseballspieler und -manager, der wegen Wetten auf Spiele seines eigenen Teams gesperrt war, kann nun nach seinem Tod im September 2024 für die Hall of Fame nominiert werden.
Die Ankündigung kam am Vorabend des Pete Rose Day in Cincinnati und markiert eine Wende in der Haltung der Major League Baseball gegenüber gesperrten Spielern. Manfred begründete die Entscheidung damit, dass die Sperre mit Roses Tod endet und erklärte, dass auch die Spieler des „Black Sox“-Skandals von 1919, die Spiele manipuliert hatten, nun wieder wählbar seien.
Kritik an der Entscheidung
Marcus Giamatti, Sohn des ehemaligen MLB-Kommissars Bart Giamatti, der Rose 1989 lebenslang sperrte, kritisierte die Entscheidung scharf. Er sieht die Integrität des Spiels gefährdet und fürchtet, dass die Aufhebung der Sperre das Vertrauen der Fans in die Fairness des Sports zerstören könnte. Für ihn bedeutet die Entscheidung, dass die grundsätzlichen Werte des Baseballs kompromittiert werden.
Auch andere Kritiker äußern Bedenken: Ein ehemaliger General Manager sagte, Rose habe als Manager durch seine Wetten die Karrieren seiner Spieler riskiert. Zudem werfen Kritiker der MLB vor, durch die Aufhebung der Sperre Tür und Tor für weitere umstrittene Hall-of-Fame-Kandidaten wie Shoeless Joe Jackson oder Spieler, die in Doping-Skandale verwickelt waren, zu öffnen.
Kein sicherer Platz in der Hall of Fame
Obwohl die Sperre aufgehoben ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass Rose in die Hall of Fame aufgenommen wird. Er muss zunächst vom Hall of Fame’s Historical Overview Committee nominiert und dann vom Classic Baseball Era Committee gewählt werden. Um aufgenommen zu werden, benötigt er mindestens 12 Stimmen von den 16 Mitgliedern des Gremiums.
Donald Trump, der sich kürzlich für Rose ausgesprochen hatte, sieht die Aufnahme als überfällig an. Andere hingegen, darunter ehemalige Spieler und Manager, bleiben skeptisch und betonen, dass Rose trotz seiner sportlichen Erfolge die Integrität des Spiels geschädigt habe.
Familiäre Betroffenheit
Marcus Giamatti zeigte sich enttäuscht darüber, dass niemand aus der MLB-Führung mit ihm oder seinem Bruder, dem Schauspieler Paul Giamatti, über die Entscheidung gesprochen hat. Er erinnert daran, dass die Sperre gegen Rose kurz vor dem plötzlichen Tod seines Vaters ausgesprochen wurde und die Familie damals unter massiven Druck und Bedrohungen stand.
Die Entscheidung, Pete Rose die Rückkehr in die Baseball-Welt zu ermöglichen, bleibt umstritten. Während einige die Aufhebung der Sperre als späte Gerechtigkeit ansehen, befürchten andere eine Gefährdung der Integrität des Sports.