Am Internationalen Tag der Pflege haben Sozialverbände und Gewerkschaften ein klares Signal an die Politik gesendet: Mit der Übergabe einer Petition an das Bundesgesundheitsministerium fordern sie dringend Verbesserungen im Pflegesystem. Über 143.000 Menschen haben das Anliegen unterzeichnet.
Unter dem Motto „Mach dich stark für Pflege“ verlangen die Initiatoren nicht weniger als einen grundlegenden Kurswechsel in der deutschen Pflegepolitik. Die Petition wurde von einem breiten Bündnis getragen – darunter Verdi, der Paritätische Gesamtverband, der Sozialverband VdK sowie weitere Organisationen aus der Zivilgesellschaft.
Pflege braucht mehr als Applaus
„Die Pflege steht unter Druck – und wir stehen an der Seite der Menschen, die tagtäglich Großes leisten“, heißt es in der Erklärung zur Petition. Die Forderungen sind deutlich: bessere finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige, vereinfachter Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung und mehr Anerkennung für professionelle Pflegekräfte.
Trotz wiederholter politischer Bekenntnisse bleibt der Alltag vieler Betroffener geprägt von Bürokratie, Überlastung und finanziellen Sorgen. Vor allem Angehörige, die zu Hause pflegen, stehen oft ohne ausreichende Unterstützung da – obwohl sie den größten Teil der Pflegearbeit in Deutschland stemmen.
Ein Weckruf an die Politik
Die Petition ist für die Verbände mehr als ein symbolischer Akt. Sie sei ein konkreter Handlungsauftrag an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, endlich tragfähige Lösungen auf den Weg zu bringen. „Pflege ist ein zentrales Thema sozialer Gerechtigkeit“, betonte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler bei der Übergabe. „Wir brauchen bessere Bedingungen – für Pflegende und Gepflegte gleichermaßen.“
Zahl der Pflegebedürftigen steigt weiter
Die Initiative kommt zur rechten Zeit: Bereits heute sind mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig – Tendenz steigend. Gleichzeitig kämpfen viele Pflegeeinrichtungen mit Personalmangel, und ambulante Dienste stoßen an ihre Belastungsgrenzen.
Die Initiator*innen der Petition mahnen daher: „Es geht nicht nur um Pflege – es geht um Würde, Teilhabe und eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt.“