US-Präsident Donald Trump will mit einer neuen Verordnung die Preise für Medikamente deutlich senken. Am 12. Mai soll eine Anordnung unterzeichnet werden, die die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente um 30 % bis 80 % reduzieren soll. Die Verordnung sieht eine „Most Favored Nation“-Regelung vor, die besagt, dass die USA für bestimmte Medikamente nicht mehr zahlen sollen als das günstigste Vergleichsland weltweit.
Ziel: Faire Preise für die USA
Trump erklärte auf der Social-Media-Plattform Truth Social, dass die Vereinigten Staaten endlich fair behandelt werden müssten. „Unsere Bürger werden Gesundheitskosten haben, die man sich bisher nicht vorstellen konnte“, sagte er.
Die Anordnung richtet sich an das US-Gesundheitsministerium (HHS) und betrifft vor allem Medicare-Patienten. Rund 67 Millionen Amerikaner sind über Medicare versichert. Der Plan sieht vor, die Preise auf das Niveau des günstigsten Landes zu begrenzen. Aktuell zahlen Amerikaner fast dreimal so viel für Medikamente wie Menschen in anderen 33 Vergleichsländern, wie ein Bericht des HHS aus dem Jahr 2024 zeigt.
Widerstand aus der Pharmaindustrie
Die Pharmaindustrie reagierte sofort mit Kritik. Alex Schriver, Sprecher der Pharmaceutical Research and Manufacturers of America (PhRMA), äußerte sich deutlich: „Jegliche Form staatlicher Preisregulierung ist schlecht für amerikanische Patienten.“ Es bestehe die Gefahr, dass Pharmaunternehmen mit ausländischen Regierungen Rabattdeals aushandeln, um die Preise in den USA auf dem bisherigen Niveau zu halten. Zudem befürchten Kritiker, dass eine Einschränkung der Gewinne die medizinische Innovation hemmen könnte.
Der Hintergrund der Regelung
Trump hatte bereits im Jahr 2020 eine ähnliche Preisregulierung eingeführt, die jedoch nach der Wahl von Joe Biden wieder aufgehoben wurde. Nun versucht Trump, die Maßnahme erneut durchzusetzen. Die geplante Verordnung könnte sich auf weit mehr Medikamente erstrecken als die zehn, die durch das Inflation Reduction Act von Biden ab 2026 günstiger werden sollen.
Trump erklärte, dass diese Entscheidung eine der wichtigsten Ankündigungen seiner Amtszeit sei. Kurz vor der Bekanntgabe deutete er an, dass die Verordnung „so groß wie nur möglich“ sei. Der Präsident plant nach der Unterzeichnung eine Reise in den Nahen Osten, mit Stationen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Chancen und Risiken
Experten warnen, dass die Umsetzung der neuen Verordnung Herausforderungen mit sich bringen könnte. Neben dem Widerstand der Pharmaindustrie befürchten Fachleute, dass die neue Preisregelung zu Lieferengpässen führen könnte, wenn Unternehmen ihre Produkte lieber in Ländern mit höheren Preisen verkaufen.
Auf der anderen Seite könnte die Regelung insbesondere für Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen eine deutliche Kostenentlastung bedeuten. Da die Preise für Medikamente in den USA in den letzten Jahren stark gestiegen sind, sehen viele Betroffene die geplante Verordnung als längst überfällig an.
Fazit: Politischer Druck und sozialer Nutzen
Mit dem Vorstoß reagiert Trump auf den anhaltenden öffentlichen Unmut über die hohen Gesundheitskosten. Gleichzeitig positioniert er sich als Anwalt der Verbraucherrechte und versucht, die wirtschaftliche Belastung durch Medikamentenkosten spürbar zu senken.
Ob die Verordnung jedoch tatsächlich die erhoffte Wirkung hat, bleibt abzuwarten. Der anhaltende Konflikt mit der Pharmaindustrie und mögliche rechtliche Hürden könnten die Umsetzung verzögern oder ganz verhindern. Sollte die Maßnahme aber durchkommen, könnte sie das US-Gesundheitssystem nachhaltig verändern und die Finanzbelastung vieler Amerikaner deutlich reduzieren.