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Österreichs Seilbahnen mit Rekordsaison – Branche blickt optimistisch, aber wachsam in die Zukunft

Simon (CC0), Pixabay

Die österreichischen Seilbahnbetreiber haben in der Wintersaison 2024/2025 ein bemerkenswertes Comeback hingelegt: Erstmals seit der Pandemie konnten die Zahlen der Vor-Corona-Jahre wieder erreicht werden – sowohl bei den Besucherzahlen als auch beim Umsatz. Mit 49,7 Millionen Ersteintritten und einem Umsatz von 1,96 Milliarden Euro verzeichnete die Branche ein kräftiges Plus gegenüber dem Vorjahr.

Diese Ersteintritte – also Gäste, die erstmals an einem Tag ein Liftticket lösen – stiegen um 4,3 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. „Wir rechnen sogar mit einem Gesamtplus von etwa fünf Prozent, wenn alle Osterdaten einfließen“, erklärte Franz Hörl, Obmann des Fachverbands der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, auf der Fachmesse Interalpin in Innsbruck.

Leichtes Saisonende, aber starke Gesamtleistung

Trotz der beeindruckenden Zahlen wies Hörl auf ein strukturelles Problem hin: Viele Hotels sperren spät auf und schließen früh, was vor allem ab Mitte März zu einer Schwächung der Saison geführt habe. Diese Erosion im Frühjahr könnte laut Hörl durch gezieltere Werbung – etwa für das Frühjahrsskifahren – abgemildert werden.

Österreich bleibt Top-Ski-Destination – mit Herausforderungen

Das Erfolgsmodell des österreichischen Wintersports beruhe laut Hörl auf einem starken Zusammenspiel von Seilbahnen, Hotellerie, Gastronomie und Sporthandel. Österreichs Preis-Leistungs-Verhältnis sei international konkurrenzfähig, ergänzt durch hohe Kompetenz in der technischen Beschneiung. Damit sehe er das Land weltweit weiterhin unter den „Top Drei“ der Skinationen.

Allerdings dämpfte Hörl auch überzogene Erwartungen: „Bei Ersteintritten und Kassenumsätzen sind keine großen Sprünge nach oben mehr zu erwarten.“ Der Markt sei weitgehend gesättigt – nun gelte es, das aktuell hohe Niveau zu stabilisieren und strategisch weiterzudenken.

Strategie 2040: Blick auf Demografie und Integration

Mit der „Strategie 2040“ richtet der Fachverband den Blick bereits in die Zukunft. Geschäftsführer Erik Wolf betonte, dass es nicht nur um wirtschaftliche Kennzahlen gehe. Demografischer Wandel, Migration und kulturelle Veränderungen würden das Freizeitverhalten und das Selbstverständnis von Wintersport langfristig beeinflussen.

„Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen stellt das Skifahren als Familienaktivität zunehmend infrage“, so Wolf. Um gegenzusteuern, komme vor allem dem Sportunterricht in der Schule eine Schlüsselrolle zu – er könne frühzeitig Berührungsängste abbauen und Wintersport als Teil der Alltagskultur vermitteln.

Fazit: Starke Saison, aber keine Selbstzufriedenheit

Österreichs Seilbahnwirtschaft ist zurück auf Kurs – wirtschaftlich stark, organisatorisch professionell und international wettbewerbsfähig. Doch hinter der Erfolgsbilanz steht auch die Erkenntnis: Der Wintersport der Zukunft braucht neue Strategien, um in einer sich wandelnden Gesellschaft langfristig Bestand zu haben. Der Blick nach vorn ist bereits gerichtet.

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