Regelmäßige Bewegung im Alltag kann das Krebsrisiko spürbar reduzieren – und dafür braucht es offenbar weniger, als viele denken. Laut einer aktuellen Studie mit rund 85.000 Teilnehmenden aus Großbritannien lässt sich bereits ab etwa 7.000 Schritten täglich ein vorbeugender Effekt gegen Krebs nachweisen. Die Ergebnisse beruhen auf einer Datenauswertung der UK Biobank durch ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Alaina Shreves vom US National Cancer Institute.
Alltag statt Sportprogramm
Bemerkenswert an der Studie: Sie bezieht sich ausdrücklich nicht auf gezieltes Training oder sportliche Betätigung, sondern auf normale Alltagsaktivitäten – wie Gehen zum Einkaufen, Spazierengehen, Haushaltstätigkeiten oder Arbeitswege. Die 85.394 Probandinnen und Probanden im Durchschnittsalter von 63 Jahren trugen zu Studienbeginn eine Woche lang ein Gerät zur Messung ihrer Bewegung. Die Nachbeobachtungszeit betrug durchschnittlich 5,8 Jahre. In diesem Zeitraum erkrankten 2.633 Personen an Krebs.
Deutlicher Rückgang des Erkrankungsrisikos
Die Auswertung zeigt einen klaren Zusammenhang: Bereits ab 7.000 Schritten pro Tag war das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 11 Prozent geringer als bei einer täglichen Schrittzahl von 5.000. Wer sich im Alltag auf 9.000 Schritte steigerte, konnte das Risiko sogar um bis zu 16 Prozent senken. Laut den Forschenden beginnt dieser Effekt ab etwa 9.000 Schritten ein Plateau zu erreichen, das heißt: Mehr Bewegung darüber hinaus brachte keinen zusätzlichen Schutz.
Wirkmechanismen noch nicht vollständig verstanden
Warum genau der Effekt eintritt, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Vermutet werden mehrere physiologische Mechanismen, darunter:
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eine Senkung von Hormonspiegeln (z. B. Östrogen, Insulin, Wachstumsfaktoren)
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ein geringeres Körpergewicht
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eine Verminderung chronischer Entzündungen im Körper
Diese Faktoren gelten als mögliche Mitverursacher für die Entstehung verschiedener Krebsarten – ebenso wie für andere chronische Erkrankungen, etwa Herz-Kreislauf-Leiden.
Fazit: Kleine Bewegung – großer Effekt
Die Studie belegt eindrucksvoll: Bereits moderate Bewegung im Alltag kann das Krebsrisiko deutlich senken. Es braucht dazu keine sportlichen Höchstleistungen – 7.000 bis 9.000 Schritte täglich reichen aus, um einen nachweisbaren gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Damit liefert die Forschung ein starkes Argument für mehr Alltagsaktivität – und eine Motivation für alle, die ihre Gesundheit langfristig fördern möchten.