Fusion könnte Shell in eine Liga mit Exxon und Chevron heben – BP hält sich bedeckt
Der Energiekonzern Shell denkt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über eine mögliche Übernahme seines britischen Konkurrenten BP nach. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, befindet sich der Öl- und Gaskonzern in frühen Gesprächen mit Beratern, um ein potenzielles Übernahmeangebot auszuloten.
Laut dem Bericht sei Shell jedoch noch zögerlich und wolle zunächst weitere Kursrückgänge bei BP sowie einen schwächeren Ölpreis abwarten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Ein verbindlicher Beschluss sei bislang nicht gefallen. Parallel prüfe Shell weiterhin andere Optionen, darunter Aktienrückkäufe oder kleinere, ergänzende Übernahmen.
Ein Shell-Sprecher erklärte auf Anfrage: „Wie wir bereits mehrfach betont haben, konzentrieren wir uns stark darauf, den Wert von Shell zu steigern – durch Leistung, Disziplin und Vereinfachung.“ BP lehnte eine Stellungnahme ab.
Shell deutlich größer als BP
Lange Zeit galten Shell und BP als nahezu gleich große Akteure in der europäischen Energiewirtschaft. Doch mittlerweile hat sich Shell deutlich abgesetzt: Der Marktwert des niederländisch-britischen Unternehmens liegt bei rund 175 Milliarden Euro – beinahe doppelt so hoch wie der von BP.
Ein Zusammenschluss würde Shell in eine Größenordnung katapultieren, die mit den US-amerikanischen Branchenriesen ExxonMobil und Chevron vergleichbar ist. Analysten sehen in einer möglichen Fusion eine tiefgreifende Umwälzung für die europäische Energiebranche.
Hürden durch Kartellbehörden wahrscheinlich
Sollte Shell tatsächlich ein Übernahmeangebot unterbreiten, wäre mit strengen regulatorischen Prüfungen durch Wettbewerbshüter zu rechnen – nicht nur in Großbritannien, sondern auch auf EU- und globaler Ebene.
Ob es überhaupt zu einem offiziellen Übernahmeversuch kommt, ist derzeit offen. Beobachter verweisen auf die politische Sensibilität eines solchen Zusammenschlusses und auf die strategische Bedeutung beider Konzerne für ihre Heimatländer.