Unter der Last der höchsten Importzölle seit einem Jahrhundert, die Präsident Donald Trump verhängt hat, fühlen sich viele Amerikaner bereits wie in einer Rezession. Gestiegene Verbraucherpreise, ein schwächelnder Aktienmarkt und Unsicherheit prägen das Bild.
Doch zwischendurch verbreitet Trump auch Hoffnungsschimmer: Er verkündete eine 90-tägige Pause bei den meisten neuen Zöllen, Ausnahmen für viele kanadische und mexikanische Waren – und behauptete Fortschritte in den Gesprächen mit China (was Peking umgehend dementierte).
Die entscheidende Frage bleibt: Steuern die USA 2025 in eine Rezession – oder nicht?
Expertenmeinungen gehen auseinander
Laut einer Umfrage der National Association of Business Economics sehen rund 40 Prozent der Wirtschaftsexperten eine mehr als 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Rezession.
Allerdings sind klassische Wirtschaftsindikatoren wie Einzelhandelsumsätze und Jobwachstum aufgrund der schnellen politischen Entwicklungen zunehmend unzuverlässig.
Viele Ökonomen greifen deshalb auf Echtzeitdaten wie Restaurantbesuche und Online-Stellenanzeigen zurück – und diese zeigen derzeit eher eine robuste Konjunktur.
Andere wiederum warnen: Sobald die vollen Effekte der Zölle durchschlagen, könnten Konsum und Investitionen dramatisch einbrechen.
Der aktuelle Zustand der US-Wirtschaft
Im März wurden 228.000 neue Jobs geschaffen, die Einzelhandelsumsätze stiegen kräftig um 1,4 Prozent. Klassisch gute Zeichen.
Doch Trump erhöhte gleichzeitig den Zoll auf chinesische Waren auf 145 Prozent, führte neue Importabgaben von mindestens 10 Prozent auf zahlreiche Produkte ein und belastete zusätzlich den Automobilsektor mit 25-Prozent-Zöllen.
Viele Ökonomen vermuten, dass die starken Konsumdaten durch Vorzieheffekte zustande kamen – viele Amerikaner kauften Autos und Elektronikartikel, bevor die höheren Preise griffen.
Positive Signale: Diese Daten sprechen gegen eine Rezession
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Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bleiben mit 222.000 Anträgen auf niedrigem Niveau.
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Stellenanzeigen auf Indeed verharren stabil trotz Zollsorgen.
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Einzelhandelsumsätze in bestehenden Geschäften legten zuletzt um 6 bis 7 Prozent zu.
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Restaurantbesuche steigen zweistellig, laut OpenTable.
Ökonomen wie Ryan Sweet (Oxford Economics) betonen, dass Löhne schneller wachsen als die Inflation und die Verschuldung der Haushalte historisch niedrig bleibt – was den Konsum stützt.
Warnsignale: Diese Faktoren deuten auf eine drohende Rezession hin
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Verbrauchervertrauen: Der kurzfristige Ausblick der Amerikaner fiel im März auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren.
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Geschäftsklima: Der Konjunkturindex der Fed Philadelphia für die Industrie brach ein, auch Dienstleistungsunternehmen erwarten rückläufige Aktivitäten.
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Aktienmarkt: Der S&P 500 liegt noch über 10 Prozent unter seinem Allzeithoch – eine klassische Korrekturphase.
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Anleihenmarkt: Die Zinsen für US-Staatsanleihen stiegen sprunghaft, ein seltenes, aber ernstes Warnzeichen für Turbulenzen.
Jonathan Millar (Barclays) rechnet mit einer milden Rezession in der zweiten Jahreshälfte 2025, da die Zölle die Kaufkraft der Verbraucher spürbar belasten dürften.
Fazit
Die Wirtschaftsdaten der USA geben aktuell ein widersprüchliches Bild ab: Während Konsum und Arbeitsmarkt noch stabil wirken, deuten Stimmungsindikatoren und Marktentwicklungen auf heraufziehende Probleme hin.
Ob Trump mit seinen Zöllen die Konjunktur abwürgt oder mit möglichen Handelsdeals eine Notbremsung schafft, bleibt abzuwarten. Sicher ist: 2025 wird ein Jahr voller wirtschaftlicher Unsicherheiten – und die nächsten Monate könnten entscheidend sein.