Mit großen Versprechen ist die neue Bundesregierung aus Union und SPD angetreten: Der Alltag der Verbraucher:innen soll einfacher, günstiger und sicherer werden. Der neue Koalitionsvertrag kündigt tatsächlich eine Reihe positiver Maßnahmen an – doch beim genaueren Hinsehen bleiben in wichtigen Bereichen auch viele Fragen offen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat 100 zentrale Vorhaben geprüft und zieht ein gemischtes Fazit.
Strom, Mobilität, Altersvorsorge: Lichtblicke für Verbraucher:innen
Einige Maßnahmen im neuen Koalitionsvertrag könnten Verbraucher:innen tatsächlich spürbar entlasten:
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Strompreise sollen sinken: Nach dem Rekordjahr 2024, in dem Deutschland die höchsten Strompreise Europas hatte, ist eine Senkung der Stromsteuer sowie der Netzentgelte und Umlagen geplant. Private Haushalte könnten davon endlich finanziell profitieren.
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Deutschlandticket bleibt: Mehr als 13 Millionen Menschen nutzen das beliebte Deutschlandticket. Die Regierung will es erhalten – allerdings wird ab 2029 eine sozialverträgliche Preisanpassung erwartet. Entscheidend wird sein, dass das Ticket auch für Geringverdiener:innen bezahlbar bleibt.
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Besserer Schutz vor untergeschobenen Verträgen: Wer kennt es nicht – ein kurzer Anruf, ein angeblicher „Ja“-Moment und plötzlich flattert ein neuer Vertrag ins Haus. Künftig sollen telefonisch abgeschlossene Verträge nur noch dann gültig sein, wenn sie schriftlich bestätigt werden. Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen unseriöse Geschäftspraktiken.
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Reform der privaten Altersvorsorge: Die oft kritisierte Riester-Rente wird abgeschafft. An ihre Stelle soll ein neues, günstigeres und verbraucherfreundlicheres Produkt treten. Gerade für eigenständige Sparer:innen könnte dies eine echte Verbesserung bedeuten.
Doch nicht alles glänzt: Kritik bei Ernährung, Gesundheit und Datenschutz
Trotz dieser positiven Impulse bleibt der Koalitionsvertrag in mehreren zentralen Bereichen enttäuschend vage:
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Faire Lebensmittelpreise: Zwar wird das Thema Ernährung angesprochen, konkrete Maßnahmen für faire Preise für Verbraucher:innen und Erzeuger:innen fehlen jedoch. Eine gesunde Ernährung muss für alle möglich sein – unabhängig vom Geldbeutel, mahnt der vzbv.
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Gesundheitswesen ohne klare Richtung: Die Bundesregierung erkennt Reformbedarf, bleibt aber unkonkret, wie die Versorgung der Patient:innen verbessert werden soll. Dabei drängt die Zeit: Überbordende Bürokratie und ineffiziente Strukturen belasten längst nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch die Patient:innen.
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Digitalisierung darf Datenschutz nicht opfern: Mit der geplanten Einrichtung eines Digitalministeriums sendet die Koalition ein positives Signal für eine moderne Verwaltung. Doch der vzbv warnt: Datenschutzstandards dürfen nicht verwässert werden – auch nicht bei kleineren und mittleren Unternehmen. Grundrechte wie Zweckbindung und Datenminimierung müssen für alle gelten.
Fazit:
Der Koalitionsvertrag 2025 zeigt eine grundsätzlich verbraucherfreundliche Richtung – doch viele Versprechen bleiben noch zu unkonkret. Während bei Themen wie Strompreisen, Altersvorsorge und Vertragsschutz echte Fortschritte möglich sind, müssen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Datenschutz dringend nachgebessert werden. Nur so lässt sich ein Alltag schaffen, der Verbraucher:innen wirklich fair, sicher und zukunftsfähig begleitet.