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Pläne für Datenzentren im Orbit und auf dem Mond

photo-graphe (CC0), Pixabay

Was wie Science-Fiction klingt, könnte bald Realität werden: Das US-Unternehmen Lonestar Data Holdings plant, Datenzentren auf dem Mond zu errichten.

Im März gelang ein erster Test: Ein winziges Datenzentrum in Buchgröße wurde erfolgreich mit dem Athena Lunar Lander der Firma Intuitive Machines und einer SpaceX-Rakete auf den Mond transportiert. Lonestar sieht hierin einen entscheidenden Vorteil: absolute Sicherheit durch die räumliche Distanz und nahezu unbegrenzte Sonnenenergie zur Stromversorgung.

Hinter der Idee steckt ein drängendes Problem: Die weltweite Nachfrage nach Rechenkapazität steigt rapide, angetrieben durch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Gleichzeitig wird es auf der Erde immer schwieriger, geeignete Standorte für neue Datenzentren zu finden – sie benötigen viel Platz, Energie und Wasser, was oft auf Widerstand bei Anwohnern stößt.

Datenzentren im All könnten nicht nur nachhaltiger betrieben werden, sondern auch spezielle Dienste für Satelliten und Raumstationen anbieten. Die Europäische Kommission finanzierte kürzlich eine Machbarkeitsstudie, die den Bau von orbitalen Datenzentren als „umweltfreundlicher“ bewertete. Das Konzept: 13 Satelliten, die gemeinsam eine Leistung von 10 Megawatt erzielen – vergleichbar mit einem mittelgroßen Datenzentrum auf der Erde.

Allerdings gibt es erhebliche Herausforderungen: Die Kosten für Raketenstarts sind hoch, und auch die Wartung im All gestaltet sich schwierig. Hinzu kommen Risiken wie Weltraumwetter und Weltraumschrott, die empfindliche Elektronik bedrohen. Zudem stellt die Kühlung der Geräte in der Schwerelosigkeit ein ungelöstes technisches Problem dar.

Trotz dieser Hürden ist Lonestar zuversichtlich. 2027 soll ein erstes kleines Datenzentrum den Mondorbit erreichen. Andere Firmen wie Starcloud planen sogar, schon 2026 mit orbitalen Rechenzentren in Betrieb zu gehen.

Neben Sicherheit wirbt Lonestar mit dem Vorteil der Datensouveränität: Unter internationalem Weltraumrecht gelten diese Einrichtungen als Territorium des Start- oder Lizenzstaates. Erste Kunden wie der US-Bundesstaat Florida und die Isle of Man haben bereits Verträge unterzeichnet.

Ob sich Datenzentren im All langfristig durchsetzen, bleibt jedoch abzuwarten – die technischen und wirtschaftlichen Hürden sind gewaltig.

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