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Könnte Südamerika von Trumps Handelstarifen profitieren?

qimono (CC0), Pixabay

Als Donald Trump neue US-Handelstarife ankündigte, atmete Südamerika auf: Zehn der zwölf Länder des Kontinents erhielten lediglich einen Zuschlag von 10 %. Lediglich Guyana und Venezuela traf es anfangs härter, bevor auch dort die Tarife gesenkt wurden.

Manche Beobachter sehen darin einen Vorteil: Die höheren US-Zölle auf Waren aus China, Kanada und Mexiko könnten südamerikanische Produkte für US- und Weltmärkte attraktiver machen. Brasilien etwa hofft, mehr Sojabohnen und Rindfleisch nach China und Japan zu exportieren – auf Kosten amerikanischer Anbieter.

Ein Blick auf die Realität zeigt jedoch, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Zwar könnte Brasilien erneut davon profitieren, wie schon während Trumps erster Amtszeit, als China verstärkt brasilianische Sojaimporte bevorzugte. Doch, wie Juan Carlos Hallak von der Universität Buenos Aires betont, werden die Preise für Rohstoffe global bestimmt. Das bedeutet, dass neue Käufer nicht automatisch höhere Gewinne bedeuten.

Auch andere Branchen hoffen auf Vorteile: Brasilianischer Kaffee und Schuhe könnten in den USA attraktiver werden, falls Tarife auf vietnamesische und indonesische Produkte wieder steigen. Uruguay wiederum sieht bessere Chancen für ein Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und der EU.

Dennoch bleiben die Risiken erheblich. Selbst bei nur 10 % Aufschlag könnten US-Importeure weniger südamerikanische Produkte nachfragen. Besonders betroffen sind Rohstoffe wie Aluminium, Stahl und Kupfer, die zudem globalen Preisschwankungen unterliegen. Das könnte Exportnationen wie Chile und Peru hart treffen.

Zudem besteht die Gefahr, dass ein deutlicher Exportanstieg nach China oder den USA Südamerika ins Visier neuer Strafzölle rückt. Trump verfolgt das Ziel, heimische Produktion zu schützen, nicht neue Auslandsmärkte zu fördern. Experten warnen daher vor einem möglichen politischen Druck auf die Region, Chinas Einfluss zu begrenzen.

Kurzum: Chancen bestehen, aber ebenso erhebliche Unsicherheiten. Ob Südamerika langfristig wirklich profitiert, bleibt offen.

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