Bis Ende 2026 sollen acht künstliche Lebensmittelfarbstoffe aus der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelproduktion entfernt werden. Das verkündete Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. am 22. April 2025 in Washington, D.C. Die Farbstoffe – darunter FD&C Blue 1 und 2, Red 40, Yellow 5 und 6 – finden sich bislang in Produkten wie Süßigkeiten, Eis, Limonaden und Marmeladen.
Kennedy, bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, führt diese Entscheidung als Teil des neuen „Make America Healthy Again“-Programms der Trump-Regierung durch. Schon unter der Biden-Administration war ein Verbot von Red Dye No. 3 bis Januar 2027 geplant. Nun fordert das Gesundheitsministerium eine frühere Umsetzung.
Der Schritt folgt wissenschaftlichen Studien, unter anderem aus Kalifornien, die den Konsum synthetischer Farbstoffe mit Verhaltensstörungen wie ADHS bei Kindern in Verbindung bringen. Auch in der EU sind einige dieser Stoffe bereits eingeschränkt.
Neben dem Verbot kündigte Kennedy an, vier neue natürliche Farbstoffe zuzulassen und gemeinsam mit dem National Institutes of Health (NIH) Studien zur Auswirkung von Zusatzstoffen auf die kindliche Entwicklung durchzuführen.
Kennedy kritisierte die bisherige Forschungslage als unzureichend und verwies auf mögliche Interessenskonflikte in Behörden. Bei einem Treffen mit Führungskräften großer Nahrungsmittelkonzerne wie PepsiCo, Kellogg’s und Kraft Heinz forderte er im März den vollständigen Verzicht auf petrochemisch basierte Farbstoffe innerhalb von zwei Jahren.
Lebensmittelaktivistin und Bloggerin Vani Hari sprach von einem historischen Moment: „Ich hätte nie gedacht, dass die FDA so etwas tatsächlich umsetzt. Mein Vertrauen in die Regierung ist wiederhergestellt.“
Die Entscheidung wird als bedeutender Schritt hin zu mehr Transparenz und Sicherheit in der US-amerikanischen Lebensmittelproduktion gewertet. In Kalifornien sind sechs Farbstoffe bereits aus Schulspeisungen verbannt worden. Nun könnte ein landesweites Umdenken folgen.