Die Bürokratie in Deutschland nimmt weiter zu – das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Wien, der Berliner Wirtschaftsuni und der Rechtsplattform buzer. Der Umfang der geltenden Bundesgesetze hat demnach Anfang 2025 ein neues Rekordhoch erreicht: Über 1.300 Einzelgesetze mit insgesamt rund 40.000 Normseiten sind derzeit in Kraft. Das bedeutet ein Anstieg von etwa 60 Prozent innerhalb der letzten 15 Jahre.
Doch damit nicht genug: Zu den Bundesgesetzen kommen zusätzlich zahlreiche Durchführungsverordnungen, eine Vielzahl an Landesgesetzen und eine stetig wachsende EU-Gesetzgebung, die ebenfalls auf nationaler Ebene umgesetzt werden muss. Die Studie verweist damit auf eine zunehmende Regulierungsdichte, die sich quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche zieht – von Arbeitsrecht und Steuerwesen bis hin zu Umwelt, Digitalisierung und Verbraucherschutz.
Fachleute und Unternehmer kritisieren seit Jahren den wachsenden Verwaltungsaufwand. Komplexe Dokumentationspflichten, undurchsichtige Zuständigkeiten und langwierige Genehmigungsverfahren gelten als Innovations- und Investitionshemmnisse. Auch in der Politik ist die Debatte um „Entbürokratisierung“ zwar regelmäßig präsent, doch konkrete Erfolge bleiben bislang begrenzt.
Die Studienautor:innen warnen: Wenn das Regelwerk weiter in diesem Tempo anwächst, könnte nicht nur die Verwaltung an ihre Belastungsgrenzen geraten, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Effizienz des Staates weiter erodieren.
Fazit:
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschlands Bürokratie wächst – und das nicht langsam, sondern mit einem Tempo, das zu denken gibt. Die große Herausforderung bleibt nun, wie gesetzliche Komplexität reduziert werden kann, ohne an Rechtssicherheit und Kontrolle zu verlieren. Ein Spagat, den die Politik bisher kaum zu meistern scheint.