Die Komikerin und Moderatorin Carolin Kebekus hat sich in einem Interview offen zu den Herausforderungen des Mutterseins in Zeiten von Instagram und Co. geäußert – und findet dabei klare Worte. Seit der Geburt ihres ersten Kindes, das mittlerweile ein Jahr alt ist, spüre sie zunehmend den gesellschaftlichen Druck, als Mutter „alles richtig“ zu machen. Besonders soziale Medien wie Instagram tragen laut Kebekus massiv dazu bei.
„Was ich wirklich schlimm finde, ist dieser Druck auf Mütter, möglichst perfekt zu sein“, sagt sie. Der Vergleich mit anderen sei allgegenwärtig – und häufig auch völlig unrealistisch. „Gerade Instagram gibt einem als Mutter ständig das Gefühl, zu versagen.“ Dabei werde nicht das echte Leben gezeigt, sondern ein gefilterter Ausschnitt: aufgeräumte Kinderzimmer, immer lächelnde Babys, Mütter, die aussehen, als kämen sie direkt aus dem Yogastudio – und das ganz ohne Augenringe.
Kebekus erinnert daran, dass dieser Druck früher nicht in dem Maße existierte. „Vor 20 Jahren hat man sich als Mutter mit anderen Frauen aus dem Freundeskreis ausgetauscht. Man kannte sich, man hat ehrlich erzählt, wie es wirklich läuft – mit Windelbergen, Stillproblemen und durchwachten Nächten.“ Heute hingegen würden Algorithmen darüber bestimmen, welche Bilder und Lebensstile täglich auf dem Handy aufpoppen – und dabei oft ein Idealbild von Mutterschaft zeichnen, das mit der Realität wenig zu tun hat.
Besonders gefährlich sei dabei, dass Mütter sich zunehmend zurückziehen oder ein schlechtes Gewissen entwickeln, weil sie glauben, nicht zu genügen. „Dieses Gefühl der ständigen Unzulänglichkeit darf nicht zur neuen Norm werden“, warnt Kebekus. Sie ruft dazu auf, dem inszenierten Perfektionismus in den sozialen Netzwerken mehr Ehrlichkeit entgegenzusetzen – etwa durch authentische Beiträge, die das echte Familienleben mit all seinen Höhen und Tiefen zeigen.
Ihr Appell: „Wir müssen weg von dieser Vorstellung, dass eine gute Mutter alles gleichzeitig meistern muss – Job, Haushalt, Erziehung, Partnerschaft und dann auch noch aussehen wie aus dem Katalog. Wir sind Menschen, keine Maschinen.“
Mit ihren Worten trifft Kebekus einen Nerv. Denn der Druck auf Eltern – und besonders auf Mütter – nimmt spürbar zu. Ihre Botschaft ist deshalb nicht nur ein persönliches Statement, sondern auch ein gesellschaftlich wichtiger Denkanstoß.