Obwohl im Jahr 2024 insgesamt weniger Fahrräder gestohlen wurden als in den Jahren zuvor, melden deutsche Versicherer einen drastischen Anstieg der Schadenssummen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beläuft sich der Gesamtschaden durch Fahrraddiebstähle auf rund 160 Millionen Euro – so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Der Grund für diese Entwicklung liegt nicht in der Anzahl der Diebstähle, sondern in deren Qualität: Die Täter haben ihre Taktik geändert und zielen verstärkt auf besonders hochwertige Fahrräder und teure E-Bikes ab. Diese sind nicht nur technisch anspruchsvoll und kostspielig, sondern lassen sich auf dem Schwarzmarkt auch gut weiterverkaufen – insbesondere im Ausland.
Die Folge: Der durchschnittliche Schaden pro gemeldetem Fall liegt inzwischen bei fast 1.200 Euro, ein Rekordwert. Zum Vergleich: Noch vor zehn Jahren lag dieser Wert bei etwa der Hälfte. Versicherer sehen darin einen klaren Trend – weg vom Gelegenheitsdiebstahl hin zum organisierten, professionellen Vorgehen.
Zudem beklagen sie, dass viele hochwertige Fahrräder zwar versichert sind, jedoch oft unzureichend gesichert wurden. Klassische Bügelschlösser reichen bei professionellen Dieben kaum noch aus. In Kombination mit der steigenden Nachfrage nach E-Bikes – allein im letzten Jahr wurden über zwei Millionen Stück in Deutschland verkauft – ergibt sich eine lukrative Zielgruppe für Diebstähle.
Die Versicherungswirtschaft fordert daher mehr Prävention, etwa durch sichere Abstellanlagen, individuelle Codierungen und stärkere Strafverfolgung. Auch bei der Polizei ist die Aufklärungsquote nach wie vor niedrig – sie liegt im bundesweiten Schnitt bei unter zehn Prozent.
Wer ein teures Fahrrad besitzt, sollte daher nicht nur auf einen umfassenden Versicherungsschutz achten, sondern auch in ein hochwertiges Schloss investieren und das Rad nach Möglichkeit in geschützten Bereichen abstellen.