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Warnstreik im Nahverkehr: Dienstag fallen vielerorts Busse in Niedersachsen aus

wewahn (CC0), Pixabay

Für viele Fahrgäste in Niedersachsen beginnt die Woche nach Ostern mit leeren Haltestellen und Ausfällen im Nahverkehr: Die Gewerkschaft ver.di hat für Dienstag, den 22. April, einen ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angekündigt. Der Ausstand betrifft mehrere Verkehrsunternehmen in zahlreichen Städten und Regionen, darunter Hildesheim, Lüneburg, Stade, Salzgitter, Wolfenbüttel und Cuxhaven.

Streik von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss

Der Warnstreik soll von Betriebsbeginn bis Betriebsende andauern, wie ein Sprecher des ver.di-Landesbezirks dem NDR bestätigte. Etliche Busverbindungen werden ausfallen, darunter auch Schülerverkehre – vor allem in Salzgitter, Wolfenbüttel, Helmstedt und Bad Harzburg, wo die KVG Braunschweig betroffen ist.

Diese Unternehmen sind am Dienstag vom Warnstreik betroffen:

  • KVG Braunschweig (Salzgitter, Wolfenbüttel, Helmstedt, Bad Harzburg)
  • KVG Stade (Stade, Cuxhaven, Buxtehude, Hittfeld, Soltau)
  • KVG Lüneburg
  • Nutzfahrzeuge Nordhorn
  • Omnibusbetriebe Ahrendtschild (Zeven)
  • Regionalverkehr Hildesheim
  • Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya
  • Öffis Hameln-Pyrmont GmbH
  • Verdener Verkehrsgesellschaft
  • VLG Gifhorn

Einige Fahrten zu Schulen könnten bei der KVG Stade dennoch stattfinden, da sie fremdvergeben sind, so das Unternehmen.

Hintergrund: Tarifstreit mit Signalwirkung

Der Warnstreik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen im Bereich „Verkehrsbetriebe Niedersachsen“. Betroffen sind rund 2.500 Beschäftigte, deren Bezahlung laut ver.di deutlich unter dem Niveau des Tarifvertrags Nahverkehr (TV-N) liegt. Die Differenz könne im Fahrdienst bis zu 3,30 Euro pro Stunde betragen.

ver.di fordert eine Angleichung der Löhne an den TV-N sowie verbesserte Arbeitsbedingungen.
Mit dem Warnstreik wolle man den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am 28. April erhöhen.

Warnstreik oder Streik? Ein kurzer Überblick

Ein Warnstreik ist eine kurzfristige, rechtlich zulässige Arbeitsniederlegung – häufig im Vorfeld oder während laufender Tarifverhandlungen. Ein regulärer Streik hingegen setzt eine gescheiterte Verhandlung und eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder voraus. In der Praxis verschwimmen die Grenzen aber oft.

Was Fahrgäste jetzt wissen sollten:

  • Fahrplaninformationen prüfen: Viele Verkehrsbetriebe veröffentlichen aktuelle Hinweise auf ihren Webseiten.
  • Alternativen suchen: Wer kann, sollte auf Fahrrad, Fahrgemeinschaften oder Bahnverbindungen ausweichen.
  • Geduld einplanen: Auch nicht direkt bestreikte Linien können durch Umleitungen oder erhöhte Auslastung betroffen sein.

Fazit

Der Warnstreik im ÖPNV trifft viele Pendlerinnen und Pendler direkt nach den Feiertagen. Auch wenn es sich nur um einen eintägigen Ausstand handelt, verdeutlicht er den anhaltenden Konflikt um faire Löhne im Nahverkehr. Ob es eine schnelle Einigung gibt oder weitere Arbeitskämpfe folgen, wird sich Ende April zeigen.

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