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Boston Marathon 2025: Lokedi läuft allen davon, Korir hält’s in der Familie – und die Amerikaner? Tja…

GDJ (CC0), Pixabay

Was macht man an einem Montagmorgen in Boston? Richtig: Man läuft 42,195 Kilometer. Möglichst schnell. Und am besten schneller als jemals jemand zuvor. Außer man ist Amerikaner – dann schaut man eher zu, wie die anderen gewinnen.

Sharon Lokedi aus Kenia hatte offenbar keine Lust auf ein langweiliges Rennen – sie zerstörte den alten Streckenrekord mit einem Zeithammer von 2:17:22. Dabei dachte sie unterwegs nur: „Jesus, das ist schnell.“ Kein Witz. Hat sie selbst gesagt. Und das, obwohl sie sich noch Sorgen machte, ob sie sich am Anfang vielleicht übernommen hatte. Spoiler: Nein, hat sie nicht.

Hellen Obiri, zweifache Titelverteidigerin und Favoritin auf den Hattrick, war zwar bis zum letzten Kilometer dabei – aber Lokedi zog auf der Zielgeraden einfach den Turbo. 19 Sekunden Vorsprung – das ist in Marathon-Sekunden fast schon eine Ewigkeit.

Bei den Männern war’s ein kleines Familiendrama mit Happy End: John Korir (ebenfalls Kenia) gewann in 2:04:45 – nicht nur stark, sondern auch historisch. Er ist jetzt der zweite Korir mit einem Boston-Sieg. Bruder Wesley Korir, Gewinner von 2012, wartete strahlend im Ziel. Familienfeier gesichert.

Conner Mantz war der beste Amerikaner – mit Platz vier und einer Zeit von 2:05:08. Das ist zwar kein Sieg, aber hey: Für US-Verhältnisse ist das fast wie Gold. Seit 2018 war kein Amerikaner so weit vorne. Fortschritt!

Und dann gab’s da noch den großen Favoriten: Sisay Lemma (Ethiopien), Vorjahressieger und Mann mit der schnellsten Bestzeit. Der hatte aber wohl einen anderen Plan – nach 30 Kilometern stieg er einfach aus. Vielleicht war das Wetter zu schön. Oder der Gedanke an ein DNF (Did Not Finish) einfach verlockend.

Bei den Rollstuhlfahrern? Alles wie immer: Marcel Hug aus der Schweiz dominierte zum achten Mal in zehn Jahren. Warum er überhaupt noch mitfährt, bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich aus Tradition. Bei den Damen war’s Susannah Scaroni für die USA – ein seltener Lichtblick für Team USA.

Des Linden, letzte US-Marathonsiegerin von 2018, nutzte das Rennen für ihren Abschied vom Profi-Dasein. Platz 17. Immerhin stilvoll verabschiedet – in Boston, auf heimischem Boden. Und demnächst vielleicht auf ultralangen Trailstrecken irgendwo in den Rocky Mountains.

Fazit: Kenia dominiert, Rekorde purzeln, die Amerikaner geben ihr Bestes – und das Publikum? Klatscht begeistert, trinkt Kaffee und googelt, wie man eigentlich für den Boston-Marathon qualifiziert.

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