Willkommen zur neuesten Episode von „Staatsgeheimnisse & Gruppenchats“, in der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth offenbar der Meinung ist, dass nichts so gut zur nationalen Sicherheit passt wie ein paar lässige Textnachrichten an die Familie.
Nach neuesten Berichten (unter anderem von der New York Times und CNN) hat Hegseth sensible Informationen über geplante Luftschläge auf Houthi-Rebellen nicht nur mit Trump-Offiziellen, sondern auch ganz gemütlich per Signal-Chat an seine Frau und seinen Bruder geschickt. Wer braucht schon sichere Kanäle, wenn man ein Familien-Groupchat hat?
Das Pentagon untersucht bereits eine frühere Chat-Gruppe, in der Hegseth mit Trump-nahen Offiziellen die Attacken vom 15. März diskutierte. Jetzt kommt also die „Familienspecial Edition“ dazu. Enthalten: Zeitpunkte der Luftschläge mit F-18-Kampfjets und Raketenstarts von Schiffen. Laut Militärquellen potenziell streng geheim – und, Überraschung: brandgefährlich, sollte jemand mitlauschen.
Doch keine Sorge, der Präsident hat das alles im Griff. Donald Trump verteidigte seinen Verteidigungsminister beim traditionellen Oster-Eier-Rollen im Weißen Haus (ja, wirklich) mit den Worten: „Fragt doch mal die Houthis, wie dysfunktional wir sind. Gar nicht.“
Auch Hegseth selbst ließ sich vom Mediengetöse nicht beeindrucken und winkte die Vorwürfe ab – alles nur „anonyme Quellen“ und „entlassene Leaker“. Die alte „alle anderen sind schuld“-Schule in voller Blüte. Verteidigungsministeriumssprecher Sean Parnell sprang brav bei und erklärte, dass natürlich keine geheimen Informationen geteilt worden seien. Dass es die Signal-Gruppe gibt? Kein Dementi. Aber: „Keine Geheimnisse, versprochen!“
Kleine Randnotiz: Die Chat-Mitglieder waren Hegseths Ehefrau Jennifer (ehemals Fox News), sein Bruder, sein Anwalt – alle eng an Hegseths Seite im Pentagon tätig. Man könnte meinen, das Pentagon sei mittlerweile ein Familienbetrieb.
Senator Jack Reed, Chef-Demokrat im Streitkräfteausschuss und bekennender Hegseth-Kritiker, fordert nun eine Ausweitung der Ermittlungen. Reed spricht von „Chaos, Dysfunktion und Massenentlassungen“ – quasi die Trifecta der modernen Verteidigungspolitik. Seine Bewertung: Hegseth habe weder Kompetenz noch Charakter für den Job.
Seine Frage: Warum genau textet ein Verteidigungsminister sensible Informationen auf einem Messenger, den auch Teenager nutzen, um Memes zu teilen?
Tja. Vielleicht weil E-Mail einfach zu langsam ist? Oder weil er dachte, „Ende-zu-Ende-verschlüsselt“ heißt „Ende der Verantwortung“?
Fazit: Wenn’s nach Trump geht, ist alles prima. Wenn’s nach dem Gesetz geht, vielleicht nicht so ganz. Und wenn’s nach Signal geht – nun, sie hätten sich wohl nie träumen lassen, dass ihr App-Logo mal auf einem Pentagon-Briefkopf landet.