Die Insolvenz der Signa Holding ist die bisher größte Pleite in Österreichs Wirtschaftsgeschichte. Mit Gesamtverbindlichkeiten von rund fünf Milliarden Euro ist die Gruppe hoch verschuldet. Die Gläubigerversammlung am 20. Dezember 2023 wird Klarheit darüber bringen, welche Investoren bei der Signa engagiert sind und von den bisherigen Insolvenzen der Tochterfirmen betroffen sind.
Lange Liste an Gläubigern
Insgesamt sind es 273 Gläubiger, bei denen Signa in der Kreide steht. Dazu zählen Versicherungen, Anwaltskanzleien, Investoren und Banken im In- und Ausland. Insidern zufolge sollen allein österreichische Banken rund 2,2 Milliarden Euro bei der Signa offen haben. Versicherungen sollen mehr als drei Milliarden Euro an den Konzern verliehen haben, etwa ein Drittel davon unbesichert.
Intransparenz und Risiken
Die Signa Holding ist ein komplexes Geflecht aus Beteiligungen und Tochtergesellschaften. Die Gläubigerversammlung wird daher eine Herausforderung sein, da es schwierig sein wird, Klarheit über die Verschuldungssituation und die Aussichten der Gruppe zu schaffen.
Insolvenzexperte: „Herkulesaufgabe“
Der Insolvenzexperte Karlheinz Götze vom KSV1870 bezeichnete das Insolvenzverfahren der Signa Holding als „Herkulesaufgabe“. „Die Komplexität der Strukturen und die schiere Größe der Gruppe machen es schwierig, einen Überblick zu gewinnen“, sagte er.
Gläubigerausschuss eingerichtet
Das Handelsgericht Wien hat einen Gläubigerausschuss eingerichtet. Dieser soll die Gläubigerinteressen im Insolvenzverfahren vertreten und die Verhandlungen mit der Signa Holding führen.
Ökonom: „Casino, Glücksspiel“
Steigende Zinsen und Baukosten sowie sinkende Immobilienbewertungen und Rückgänge im Handelsgeschäft lösten die Insolvenz der Signa Holding aus. Ökonom Nikolaj Schmolcke sieht die Schuld bei der Geschäftspolitik von Signa-Gründer René Benko.
„Benko hat das Risiko eingegangen, mit hohen Schulden und variablen Zinsen zu spekulieren“, sagte Schmolcke. „Das ist wie Casino, Glücksspiel.“
Die Zukunft der Signa Holding
Es ist noch unklar, wie es mit der Signa Holding weitergehen wird. Das Unternehmen hat einen Sanierungsplan vorgelegt, der den Gläubigern eine Quote von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren anbietet. Ob dieser Plan angenommen wird, ist noch offen.
Fazit
Die Insolvenz der Signa Holding ist ein bedeutendes Ereignis für die österreichische Wirtschaft. Die Gruppe ist hoch verschuldet und die Gläubigerversammlung wird Klarheit darüber bringen, welche Investoren betroffen sind und wie es mit der Signa Holding weitergehen wird.