Die Baubranche steht aufgrund hoher Zinsen, gestiegener Baumaterialkosten und strikten Energiestandards vor Herausforderungen. Die Hoffnung auf 400.000 neue Wohnungen pro Jahr scheint unrealistisch. Um Lösungen zu diskutieren, veranstaltet das Kanzleramt einen Wohnungsgipfel.
Heute treffen sich Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) und Vertreter von über 30 Verbänden und Vereinigungen aus der Branche im Kanzleramt. Ein Dokument, das ntv vorab einsehen konnte, listet 14 Maßnahmen auf, von denen einige bereits diskutiert wurden. Es betont den aktuellen Druck auf die Baubranche durch steigende Zinsen und Baukosten. Trotzdem hat die Regierung Strategien zur Belebung des Wohnungsbaus verabschiedet.
Zu den geplanten Maßnahmen gehört eine Erweiterung der zinsgünstigen Baukredite für Familien. Die maximalen staatlich geförderten Kredite sollen um 30.000 Euro steigen. Weiterhin wird das Einkommenslimit, bis zu welchem ein solches Darlehen beantragt werden kann, von 60.000 Euro auf 90.000 Euro angehoben.
Die Baubranche weist eindringlich auf mögliche Wohnungsengpässe hin. Obwohl die Branche derzeit noch zu über 70 Prozent ausgelastet ist, ist eine Fortführung dieser Rate unwahrscheinlich. Die Regierung betont, es müssten Anstrengungen unternommen werden, um die Branche zu stärken. Ziel ist es, Insolvenzen und Stellenabbaus zu verhindern, die Bürokratie zu verringern, Verfahren zu beschleunigen und die Digitalisierung voranzutreiben.
Die Ampelkoalition hat ihre Pläne, auf EU-Ebene eine Renovierungspflicht durchzusetzen, überdacht. Dennoch will die Regierung ambitionierte Renovierungsquoten für Gebäude einführen, ohne individuelle Wohnhäuser zu verpflichten. In Gebieten mit hohem Wohnungsbedarf soll der Bau von erschwinglichem Wohnraum erleichtert werden. Bis Ende 2026 soll eine Sonderregelung im Baugesetzbuch dafür sorgen. Zusätzlich wird ein Programm „Jung kauft Alt“ für den Kauf von renovierungsbedürftigen Gebäuden ins Leben gerufen, wobei die Finanzierung aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) stammt. Ein spezifisches Budget wurde jedoch nicht angegeben.