Die KMW Windpark Eifel GmbH & Co. KG mit Sitz in Mainz betreibt Windkraftanlagen und gehört zum Konzern der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG. Zum Jahresende 2025 weist sie eine Bilanzsumme von 3,122 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es 3,454 Millionen Euro.
83.709 Euro Verlust
Das Geschäftsjahr endet mit einem Jahresfehlbetrag von 83.708,74 Euro.
Nach den gesellschaftsvertraglichen Regelungen soll dieser Verlust weiter vorgetragen werden.
Der Bilanzgewinn verringert sich entsprechend von 844.593,70 Euro auf 760.884,96 Euro.
Damit bleibt trotz des Jahresverlusts ein erheblicher kumulierter Gewinn in der Bilanz stehen.
Stromumsatz sinkt um knapp zehn Prozent
Operativ musste der Windpark 2025 einen Umsatzrückgang hinnehmen.
Die Umsatzerlöse gingen von 1,279 Millionen auf 1,155 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Minus von rund 123.800 Euro beziehungsweise 9,7 Prozent.
Nach Angaben im Anhang stammen die Umsätze im Wesentlichen aus dem Stromverkauf. Warum die Erlöse zurückgingen, erläutert der Abschluss nicht. Angaben zur erzeugten Strommenge oder zur Windverfügbarkeit werden in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt.
Deshalb lässt sich aus dem Abschluss nicht belastbar bestimmen, ob beispielsweise geringere Produktion, Preiseffekte oder andere Faktoren hinter dem Rückgang stehen.
Weitere Erträge von fast 347.000 Euro
Neben den Stromerlösen erzielte die Gesellschaft sonstige betriebliche Erträge von 346.669 Euro. Im Vorjahr waren es 368.449 Euro.
Sie stammen nach Angaben des Unternehmens im Wesentlichen aus Pachteinnahmen sowie Entschädigungen für Ertragsausfälle.
Diese Einnahmen sind für die Ergebnisrechnung des Windparks damit von erheblicher Bedeutung.
Fremdleistungen werden deutlich günstiger
Eine Entlastung zeigt sich beim Materialaufwand.
Der Materialverbrauch sank von 156.849 auf 101.747 Euro.
Noch deutlicher in absoluten Zahlen gingen die bezogenen Fremdleistungen zurück: von 692.587 auf 567.269 Euro.
Zusammen ergibt sich damit für 2025 ein Materialaufwand von rund 669.000 Euro gegenüber rund 849.000 Euro im Vorjahr. Die Entlastung beträgt etwa 180.000 Euro.
Zinsaufwand bricht um mehr als 90 Prozent ein
Besonders kräftig fällt die Veränderung bei den Finanzierungskosten aus.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gingen von 123.493 Euro auf nur noch 11.448 Euro zurück.
Das entspricht einem Rückgang um rund 90,7 Prozent.
Von den verbliebenen Zinsaufwendungen entfallen 4.412 Euro auf die Abzinsung der Rückbauverpflichtung.
Damit belastet die Finanzierung das laufende Ergebnis erheblich weniger als noch 2024.
Gesellschafterschulden verschwinden – Eigenkapitalkonto entsteht
Die auffälligste bilanzielle Veränderung betrifft allerdings nicht das laufende Geschäft.
Ende 2024 standen noch 1.156.306,51 Euro Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in der Bilanz. Ende 2025 beträgt dieser Posten null.
Gleichzeitig weist die Gesellschaft erstmals ein variables Kapitalkonto von 1.156.305,32 Euro innerhalb des Eigenkapitals aus.
Die Beträge unterscheiden sich lediglich um 1,19 Euro.
Das spricht sehr deutlich für eine bilanzielle beziehungsweise gesellschaftsrechtliche Neuordnung der bisherigen Gesellschafterposition. Der vorliegende Anhang erläutert den konkreten Vorgang allerdings nicht näher.
Deshalb wäre es falsch, den gesamten Anstieg des Eigenkapitals als im Geschäftsjahr erwirtschafteten Vermögenszuwachs darzustellen.
Eigenkapital steigt um 84 Prozent
Der Effekt auf die Kapitalstruktur ist dennoch erheblich.
Das ausgewiesene Eigenkapital steigt von 1,280 Millionen auf 2,353 Millionen Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 1,073 Millionen Euro beziehungsweise 83,8 Prozent – und das trotz des Jahresverlusts von knapp 84.000 Euro.
Neben dem variablen Kapitalkonto umfasst das Eigenkapital 75.000 Euro Kommanditkapital, Rücklagen von 360.858 Euro und den Bilanzgewinn von 760.885 Euro.
Eigenkapitalquote springt auf rund 75 Prozent
Die Veränderung ist auch bei der Eigenkapitalquote sichtbar.
Bei 2,353 Millionen Euro Eigenkapital und 3,122 Millionen Euro Bilanzsumme beträgt sie Ende 2025 rechnerisch rund 75,4 Prozent.
Im Vorjahr waren es lediglich rund 37,1 Prozent.
Die Quote hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Auch hier gilt allerdings: Der wesentliche Treiber ist nicht der operative Erfolg – schließlich schreibt die Gesellschaft einen Verlust –, sondern die veränderte bilanzielle Behandlung der bisherigen Gesellschafterposition.
Verbindlichkeiten fallen von 1,38 Millionen auf 170.000 Euro
Spiegelbildlich dazu brechen die bilanziellen Verbindlichkeiten ein.
Sie gehen von 1,381 Millionen auf 170.060 Euro zurück.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sinken von 62.591 auf 37.567 Euro. Die Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen verringern sich von 136.368 auf 61.347 Euro.
Die sonstigen Verbindlichkeiten steigen dagegen von 26.100 auf 71.145 Euro.
Von den gesamten Verbindlichkeiten sind rund 153.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Lediglich etwa 17.000 Euro haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren werden nicht ausgewiesen.
Keine Bankschulden ausgewiesen
Bemerkenswert ist zudem, dass in der Bilanz überhaupt keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen werden.
Damit ist der Windpark zum Bilanzstichtag nach dem vorliegenden Zahlenwerk ohne klassische Bankschulden bilanziert.
Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft über Bankguthaben von 1,101 Millionen Euro. Ende 2024 waren es allerdings noch 1,503 Millionen Euro.
Die Liquidität ging damit um rund 402.000 Euro beziehungsweise 26,7 Prozent zurück.
Forderungen verdoppeln sich nahezu
Während das Bankguthaben sinkt, steigen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände kräftig.
Sie erhöhen sich von 299.416 auf 631.335 Euro – ein Plus von rund 111 Prozent.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen steigen von 186.089 auf 276.219 Euro. Forderungen gegen Gesellschafter legen von 111.601 auf 134.403 Euro zu.
Besonders auffällig entwickeln sich die sonstigen Vermögensgegenstände: Sie springen von lediglich 1.726 auf 220.713 Euro. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei im Wesentlichen um Steuererstattungsansprüche.
Knapp 386.000 Euro stecken in Anlagen im Bau
Auch beim Anlagevermögen findet eine interessante Verschiebung statt.
Der Buchwert der technischen Anlagen und Maschinen sinkt von 1,021 Millionen auf 670.811 Euro.
Grundstücke, Rechte und Bauten gehen von 629.465 auf 328.585 Euro zurück.
Neu hinzu kommen jedoch 385.912,98 Euro geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.
Damit fließt 2025 bilanziell wieder Geld in noch nicht fertiggestellte beziehungsweise noch nicht endgültig aktivierte Anlagenpositionen.
Worum es sich bei diesen Anlagen im Bau konkret handelt, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht erläutert. Eine Aussage über ein mögliches Repowering oder den Bau zusätzlicher Windkraftanlagen wäre daher spekulativ.
Rückbau kostet nach heutiger Schätzung mehr als eine halbe Million Euro
Für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen kalkuliert die Gesellschaft mit Kosten von 555.470 Euro.
Dabei werden jährliche Preissteigerungen von 2,8 Prozent berücksichtigt. Die erwarteten Kosten werden über die Laufzeit des Pachtvertrags angesammelt und wegen der Langfristigkeit abgezinst.
Die tatsächlich bilanzierte Rückbaurückstellung beträgt Ende 2025 483.882 Euro.
Insgesamt weist die Gesellschaft sonstige Rückstellungen von 499.802 Euro aus. Hinzu kommen Gewerbesteuerrückstellungen von 98.856 Euro.
Bürgschaften über 170.565 Euro
Neben den bilanzierten Verpflichtungen bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von 170.564,59 Euro.
Nach Einschätzung der Gesellschaft ist derzeit nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen.
Zusätzlich bestehen langfristige Verpflichtungen aus Wartungs-, Betriebsführungs- und Pachtverträgen im branchenüblichen Umfang. Konkrete Gesamtbeträge werden dafür im vorliegenden Abschluss nicht genannt.
Keine eigenen Mitarbeiter
Eigene Beschäftigte hatte die Windparkgesellschaft 2025 nicht.
Die Geschäftsführung liegt bei der KMW Energien Verwaltungs GmbH. Als deren Geschäftsführer werden Klaus Steffen Hofmann und Dr. Volker Müller genannt.
Für die Übernahme der persönlichen Haftung erhielt die Komplementärin eine Vergütung von 1.250 Euro. Unmittelbare Geschäftsführerbezüge zahlte die Windparkgesellschaft nicht.
Der Jahresabschluss wurde am 28. Juni 2026 festgestellt.
Verlustjahr – aber deutlich stärkere Bilanzstruktur
Der Jahresabschluss zeigt damit zwei gegenläufige Entwicklungen.
Operativ läuft 2025 schwächer: Die Umsatzerlöse sinken um knapp zehn Prozent und am Ende steht ein Verlust von 83.709 Euro. Positiv wirken niedrigere Fremdleistungen und ein drastisch gesunkener Zinsaufwand.
Bilanziell sieht die Entwicklung dagegen deutlich stärker aus. Das Eigenkapital steigt auf 2,35 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf rund 75 Prozent und die Verbindlichkeiten sinken auf nur noch 170.000 Euro. Klassische Bankschulden werden überhaupt nicht ausgewiesen.
Der entscheidende Sondereffekt darf dabei nicht untergehen: Rund 1,156 Millionen Euro, die 2024 noch als Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen wurden, erscheinen 2025 nahezu betragsgleich als variables Kapitalkonto im Eigenkapital.