Die KMW Windpark Heßloch GmbH & Co. KG mit Sitz in Mainz weist zum Jahresende eine Bilanzsumme von 6,598 Millionen Euro aus. Ende 2024 waren es noch 7,712 Millionen Euro.
Damit schrumpfte die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 1,114 Millionen Euro beziehungsweise 14,4 Prozent.
Gegenstand des Unternehmens sind die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen.
374.668 Euro Jahresverlust
Unter dem Strich schließt die Gesellschaft 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von exakt 374.668,27 Euro ab.
Der Verlust soll entsprechend den Regelungen des Gesellschaftsvertrags vorgetragen werden.
Dadurch dreht auch der bisherige Bilanzgewinn ins Minus. Ende 2024 standen noch 335.805 Euro Bilanzgewinn in den Büchern. Ende 2025 weist die Gesellschaft einen Bilanzverlust von 38.863 Euro aus.
Das Eigenkapital sinkt dadurch von 3,506 Millionen auf 3,131 Millionen Euro.
Stromumsatz fällt um rund 281.000 Euro
Eine zentrale Entwicklung des Geschäftsjahres ist der Umsatzrückgang.
Die Umsatzerlöse gingen von 1,554 Millionen auf 1,274 Millionen Euro zurück.
Das entspricht einem Minus von rund 280.700 Euro beziehungsweise 18,1 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens stammen die Umsätze im Wesentlichen aus dem Verkauf von Strom.
Warum die Stromerlöse 2025 so deutlich niedriger ausfielen, geht aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht hervor. Der Abschluss nennt weder konkrete Produktionsmengen noch Windverhältnisse oder erzielte Strompreise.
Eine bestimmte Ursache für den Umsatzrückgang lässt sich deshalb aus dem Jahresabschluss nicht ableiten.
Sonstige Erträge springen auf knapp 77.000 Euro
Etwas Entlastung kommt von den sonstigen betrieblichen Erträgen.
Diese steigen von lediglich 825 Euro im Vorjahr auf 76.734 Euro.
Nach Angaben im Anhang resultieren sie aus der Auflösung von Rückstellungen und sonstigen Erträgen.
Der Anstieg federt damit einen Teil des Umsatzrückgangs ab, kann ihn aber bei weitem nicht kompensieren.
Fremdleistungen werden günstiger
Auch auf der Kostenseite gibt es Entlastungen.
Die bezogenen Fremdleistungen gingen von 371.066 auf 330.436 Euro zurück. Das entspricht einer Verringerung um rund 11 Prozent.
Gleichzeitig stieg allerdings der Materialverbrauch von 4.648 auf 16.766 Euro.
Insgesamt beläuft sich der Materialaufwand damit auf rund 347.200 Euro gegenüber rund 375.700 Euro im Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen unter anderem Miet- und Pachtzahlungen, Kosten im Zusammenhang mit den Rückbauverpflichtungen, Versicherungen sowie Berater-, Prüfungs- und Gutachterkosten.
Zinsbelastung sinkt um knapp 34.000 Euro
Auch die Finanzierungskosten gehen zurück.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sinken von 188.812 auf 155.131 Euro.
Das entspricht einer Entlastung von rund 33.700 Euro beziehungsweise 17,8 Prozent.
Die Zinsaufwendungen stammen nach Angaben der Gesellschaft im Wesentlichen aus Darlehen der Deutschen Leasing AG sowie der KMW Windpark Dingen GmbH & Co. KG. Darin enthalten sind außerdem 19.468 Euro aus der Abzinsung der Rückbauverpflichtung.
Gleichzeitig erzielt der Windpark erstmals ausgewiesene Zinserträge aus Termingeldern von 14.674 Euro.
Verbindlichkeiten sinken um fast 700.000 Euro
Trotz des Jahresverlusts verbessert sich die Verschuldungssituation.
Die gesamten Verbindlichkeiten sinken von 3,454 Millionen auf 2,756 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 697.500 Euro beziehungsweise 20,2 Prozent.
Dabei werden in der Bilanz keine klassischen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.
Der mit Abstand größte Schuldenposten sind stattdessen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.
Darlehen aus dem KMW-Umfeld
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen von 3,332 Millionen auf 2,631 Millionen Euro zurück.
Das sind rund 701.000 Euro weniger als im Vorjahr.
Nach Angaben im Anhang betreffen diese Schulden insbesondere ein Darlehen der KMW Windpark Dingen GmbH & Co. KG. Hinzu kommen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Aufwandsübernahme der Komplementärin.
Von den 2,631 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen werden 706.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 1,925 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.
Eigenkapitalquote bleibt vergleichsweise stabil
Obwohl der Jahresverlust das Eigenkapital um knapp 375.000 Euro reduziert, fällt die Eigenkapitalquote nur leicht höher aus als im Vorjahr.
Das liegt daran, dass gleichzeitig die gesamte Bilanz deutlich schrumpft.
Bei einem Eigenkapital von 3,131 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 6,598 Millionen Euro beträgt die rechnerische Eigenkapitalquote Ende 2025 rund 47,5 Prozent.
Ende 2024 waren es bei 3,506 Millionen Euro Eigenkapital und 7,712 Millionen Euro Bilanzsumme rund 45,5 Prozent.
Die absolute Eigenkapitalbasis wird also schwächer, ihr Anteil an der ebenfalls deutlich kleineren Bilanz steigt jedoch leicht.
Windkraftanlagen verlieren knapp eine Million Euro Buchwert
Auf der Aktivseite dominiert weiterhin das Sachanlagevermögen.
Die technischen Anlagen und Maschinen stehen Ende 2025 mit 5,189 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,177 Millionen Euro.
Der Buchwert sinkt damit um 987.500 Euro beziehungsweise rund 16 Prozent.
Die Windenergieanlagen werden laut Anhang linear über eine Nutzungsdauer von 16 Jahren abgeschrieben.
Der niedrigere Bilanzwert ist daher zunächst im Zusammenhang mit der planmäßigen Abschreibung zu sehen. Aus dem Buchwertrückgang allein lässt sich keine Aussage über den technischen Zustand der Anlagen ableiten.
Bankguthaben sinkt um 200.000 Euro
Auch die Liquidität geht zurück.
Das Guthaben bei Kreditinstituten fällt von 1,217 Millionen auf 1,017 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 199.700 Euro beziehungsweise 16,4 Prozent.
Nach Angaben der Gesellschaft verteilt sich das Guthaben auf ein Kontokorrentkonto und ein Schuldendienstreservekonto bei der Sparkasse Worms-Alzey-Ried.
Wie hoch der Anteil des Schuldendienstreservekontos am gesamten Bankguthaben ist, wird nicht genannt.
Steuererstattungen lassen sonstige Vermögenswerte steigen
Die gesamten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhen sich leicht von 230.314 auf 270.211 Euro.
Dabei gehen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 22.528 auf nur noch 7.563 Euro zurück.
Auch die Forderungen gegenüber Gesellschaftern sinken – von 170.620 auf 109.957 Euro.
Gleichzeitig steigen die sonstigen Vermögensgegenstände deutlich von 37.167 auf 152.691 Euro. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Mehr als 1,5 Millionen Euro für späteren Rückbau kalkuliert
Eine der bemerkenswertesten langfristigen Positionen betrifft den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.
Für das Jahr 2034 werden Rückbaukosten von 1.524.437 Euro geschätzt.
In dieser Kalkulation berücksichtigt die Gesellschaft jährliche Preissteigerungen von 2,8 Prozent. Die erwarteten Kosten werden über die Laufzeit des Pachtvertrags in der Rückstellung angesammelt und aufgrund ihrer Langfristigkeit abgezinst.
Zum Jahresende 2025 beträgt die tatsächlich bilanzierte Rückstellung für den Rückbau 700.332 Euro.
Insgesamt werden sonstige Rückstellungen von 710.117 Euro ausgewiesen. Neben dem Rückbau entfallen davon 6.000 Euro auf Steuerberatung und 3.785 Euro auf die Prüfung des Jahresabschlusses.
Weitere langfristige Verpflichtungen
Hinzu kommen finanzielle Verpflichtungen aus Wartungs-, Betriebsführungs- und Pachtverträgen.
Der Abschluss bezeichnet deren Umfang als branchenüblich, nennt jedoch keinen konkreten Gesamtbetrag.
Damit lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss nicht beziffern, welche zusätzlichen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen neben den bilanzierten Schulden künftig insgesamt auf die Gesellschaft zukommen.
Keine eigenen Mitarbeiter
Der Windpark beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter.
Die Geschäftsführung übernimmt die KMW Energien Verwaltungs GmbH. Als Geschäftsführer werden Klaus Steffen Hofmann und Dr. Volker Müller genannt.
Die Komplementärgesellschaft erhielt 2025 für die Übernahme der persönlichen Haftung eine Vergütung von 2.000 Euro. Direkte Geschäftsführerbezüge zahlte die Windparkgesellschaft nicht.
Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG einbezogen.
Der Jahresabschluss wurde am 29. Mai 2026 unterzeichnet und am 26. August 2026 festgestellt.
Verlust trifft auf deutlichen Schuldenabbau
Der Jahresabschluss 2025 zeigt damit zwei gegenläufige Entwicklungen.
Operativ fällt das Bild schwächer aus: Die überwiegend aus dem Stromverkauf stammenden Umsatzerlöse sinken um gut 18 Prozent auf 1,27 Millionen Euro. Am Ende steht ein Jahresverlust von 374.668 Euro, der den bisherigen Bilanzgewinn vollständig aufzehrt und einen Bilanzverlust von knapp 39.000 Euro hinterlässt.
Gleichzeitig reduziert die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten um rund 20 Prozent auf 2,76 Millionen Euro. Insbesondere die Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen sinken um gut 700.000 Euro. Weil auch die Bilanzsumme kräftig zurückgeht, steigt die rechnerische Eigenkapitalquote trotz des Verlusts sogar leicht auf rund 47,5 Prozent.
Bemerkenswert bleibt außerdem die langfristige Rückbauverpflichtung: Für die Entfernung der Windenergieanlagen im Jahr 2034 kalkuliert die Gesellschaft inzwischen mit Kosten von mehr als 1,52 Millionen Euro.