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Windpark Havelberg I: Beteiligung verdoppelt – Jahresverlust steigt auf mehr als 4.200 Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Windpark Havelberg I Beteiligungs GmbH hat ihre Bilanz im Geschäftsjahr 2025 deutlich ausgeweitet. Die Finanzanlagen der Bremer Gesellschaft verdoppelten sich von 5.000 auf 10.000 Euro. Gleichzeitig erhöhte sich das ausgewiesene Eigenkapital von 7.642,49 Euro auf 15.879,92 Euro.

Hinter dem Anstieg des Eigenkapitals steht allerdings kein Gewinn. Im Gegenteil: Die Gesellschaft schloss auch 2025 mit roten Zahlen ab. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 2.081,88 Euro auf 4.262,57 Euro und hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Entscheidend für die trotzdem deutlich stärkere Eigenkapitalbasis war vielmehr die vollständige Einzahlung beziehungsweise Einforderung des bislang nur teilweise berücksichtigten Stammkapitals.

Jahresverlust steigt um knapp 105 Prozent

Beim Jahresergebnis zeigt sich eine deutliche Verschlechterung.

2024 hatte die Windpark Havelberg I Beteiligungs GmbH einen Jahresfehlbetrag von 2.081,88 Euro ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2025 waren es 4.262,57 Euro.

Damit erhöhte sich der Verlust um 2.180,69 Euro beziehungsweise rund 104,7 Prozent.

Der Fehlbetrag hat sich innerhalb eines Jahres also etwas mehr als verdoppelt.

Welche konkreten Aufwendungen für die Verschlechterung verantwortlich waren, lässt sich aus den vorgelegten Angaben allerdings nicht bestimmen. Eine detaillierte Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit einzelnen Ertrags- und Aufwandsposten ist nicht enthalten.

Aus der Bilanz allein kann deshalb beispielsweise weder auf die Entwicklung von Umsätzen noch auf bestimmte Kostensteigerungen geschlossen werden.

Verlustvortrag wächst auf 4.858 Euro

Neben dem neuen Jahresfehlbetrag muss die Gesellschaft bereits Verluste aus der Vergangenheit tragen.

Der Verlustvortrag erhöhte sich von 2.775,63 Euro auf 4.857,51 Euro.

Die Differenz von 2.081,88 Euro entspricht exakt dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2024. Der damalige Verlust wurde somit in das Folgejahr vorgetragen.

Zusammen erreichen Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag Ende 2025 damit 9.120,08 Euro.

Diese Summe steht dem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro gegenüber.

Stammkapital jetzt vollständig eingefordert

Der entscheidende Grund dafür, dass das Eigenkapital trotz des neuerlichen Verlustes deutlich gestiegen ist, findet sich beim eingeforderten Kapital.

Das gezeichnete Kapital betrug bereits 2024 insgesamt 25.000 Euro. Damals wurden allerdings noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgezogen. In der Bilanz wurden deshalb nur 12.500 Euro eingefordertes Kapital berücksichtigt.

Zum Jahresende 2025 beträgt diese Position nun die vollen 25.000 Euro. Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen werden nicht mehr ausgewiesen.

Dadurch erhöhte sich das bilanziell berücksichtigte Kapital um 12.500 Euro.

Eigenkapital steigt trotz Verlust um 108 Prozent

Dieser Effekt ist größer als die Belastung durch den Jahresfehlbetrag.

Das Eigenkapital erhöhte sich dadurch von 7.642,49 Euro auf 15.879,92 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 8.237,43 Euro oder rund 107,8 Prozent.

Die Entwicklung sollte allerdings nicht mit einem wirtschaftlichen Gewinn verwechselt werden. Das operative Jahresergebnis blieb negativ.

Vereinfacht betrachtet wurde die Eigenkapitalbasis durch die zusätzlich berücksichtigten 12.500 Euro beim Stammkapital gestärkt, während der Jahresfehlbetrag von 4.262,57 Euro einen großen Teil dieses Effekts wieder aufzehrte.

Finanzanlagen verdoppeln sich auf 10.000 Euro

Auch auf der Aktivseite gab es eine auffällige Veränderung.

Die Finanzanlagen erhöhten sich von 5.000 Euro auf 10.000 Euro und haben sich damit exakt verdoppelt.

Laut Anhang handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert. Soweit erforderlich, ist ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen.

Der Abschluss nennt allerdings keine Einzelheiten dazu, welches verbundene Unternehmen betroffen ist oder wodurch sich der Beteiligungsansatz um 5.000 Euro erhöht hat.

Aus den Zahlen kann deshalb lediglich festgestellt werden, dass die bilanzierte Beteiligungsposition 2025 ausgebaut wurde.

Bankguthaben legt um rund 76 Prozent zu

Parallel dazu erhöhten sich die liquiden Mittel.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft über 4.238,99 Euro an Kassenbestand beziehungsweise Guthaben bei Kreditinstituten. Ende 2025 waren es 7.442,97 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 3.203,98 Euro beziehungsweise rund 75,6 Prozent.

Damit entwickelte sich die Liquidität trotz des höheren Jahresverlustes positiv.

Die liquiden Mittel machen inzwischen rund 43 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus. Der größere Teil des Vermögens entfällt mit 10.000 Euro auf die Finanzanlagen.

Bilanzsumme steigt um fast 89 Prozent

Aus den höheren Finanzanlagen und dem gestiegenen Bankguthaben ergibt sich eine deutlich größere Bilanz.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 9.238,99 Euro auf 17.442,97 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 8.203,98 Euro beziehungsweise rund 88,8 Prozent.

Im Vergleich zu vielen operativen Windparkgesellschaften bleibt die Bilanzsumme damit allerdings ausgesprochen klein.

Das ist für die Einordnung der Zahlen von Bedeutung: Die Bilanz weist keine Windenergieanlagen im Sachanlagevermögen aus.

Eigenkapitalquote steigt auf rund 91 Prozent

Die Kapitalstruktur ist Ende 2025 sehr solide mit Eigenkapital ausgestattet.

Bei einer Bilanzsumme von 17.442,97 Euro und einem Eigenkapital von 15.879,92 Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 91,0 Prozent.

Im Vorjahr hatte die Quote bei etwa 82,7 Prozent gelegen.

Damit verbesserte sich die Eigenkapitalquote trotz des gestiegenen Jahresfehlbetrags deutlich.

Ausschlaggebend dafür war wiederum nicht das Jahresergebnis, sondern die Veränderung beim eingeforderten Stammkapital.

Nur 200 Euro Verbindlichkeiten

Fremdkapital spielt in der Bilanz praktisch keine Rolle.

Die Verbindlichkeiten lagen wie bereits im Vorjahr bei lediglich 200 Euro. Nach Angaben im Anhang haben sie vollständig eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Daneben weist die Gesellschaft Rückstellungen von 1.363,05 Euro aus. Im Vorjahr waren es 1.396,50 Euro.

Die Rückstellungen gingen damit geringfügig um 33,45 Euro zurück.

Größere Bankdarlehen, Gesellschafterkredite oder sonstige langfristige Verbindlichkeiten sind in der vorgelegten Bilanz nicht ausgewiesen.

Beteiligungsgesellschaft gehört zum wpd-Konzern

Die Windpark Havelberg I Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Bremen und ist beim Amtsgericht Bremen unter HRB 39591 HB eingetragen.

Die Gesellschaft wird nach Angaben im Anhang in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.

Geschäftsführer war im Geschäftsjahr 2025 Dr. Gernot Blanke. Handelsrechtlich erfüllt die Gesellschaft die Merkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Mehr Kapital, aber auch höhere Verluste

Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss 2025 eine Beteiligungsgesellschaft mit deutlich gestärkter Bilanz, deren laufendes Ergebnis sich gleichzeitig verschlechtert hat.

Das Eigenkapital hat sich auf knapp 15.900 Euro mehr als verdoppelt und die Finanzanlagen stiegen von 5.000 auf 10.000 Euro. Auch das Bankguthaben erhöhte sich deutlich.

Die Ursache für die stärkere Eigenkapitalbasis liegt jedoch nicht in erwirtschafteten Überschüssen. Vielmehr wird das gezeichnete Kapital von 25.000 Euro nun vollständig als eingefordertes Kapital berücksichtigt.

Gleichzeitig stieg der Jahresfehlbetrag um knapp 105 Prozent auf 4.262,57 Euro. Zusammen mit dem Verlustvortrag summieren sich die aufgelaufenen Verluste auf mehr als 9.100 Euro.

Für Aussagen über die wirtschaftliche Entwicklung eines Windparks Havelberg I reichen diese Zahlen allerdings nicht aus. Die Bilanz betrifft die Beteiligungsgesellschaft und enthält keine Windenergieanlagen als Sachanlagevermögen sowie keine Angaben zu Stromproduktion oder Stromerlösen.

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