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Erster Warnstreik bei Kölln in Elmshorn: Beschäftigte legen Produktion nieder

sue_v67 (CC0), Pixabay

Ausgerechnet dort, wo normalerweise Haferflocken und andere Haferprodukte hergestellt werden, soll der Betrieb für mehrere Stunden vom Tarifkonflikt geprägt sein. Die NGG will mit dem Warnstreik den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Hintergrund sind die Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag für die Beschäftigten in der Produktion.

Betroffen sind mehr als 160 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für sie fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent.

Damit geht es bei dem Konflikt nicht um einen branchenweit geltenden Tarifabschluss, sondern um die konkreten Arbeits- und Entgeltbedingungen bei Kölln. Der Warnstreik soll der Arbeitgeberseite zeigen, dass die Beschäftigten bereit sind, ihren Forderungen auch mit Arbeitskampfmaßnahmen Nachdruck zu verleihen.

Acht Stunden Arbeitskampf

Die Dauer des Warnstreiks fällt durchaus ins Gewicht. Von 14 Uhr am Nachmittag bis 22 Uhr am Abend sind die Beschäftigten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Damit erstreckt sich der Ausstand über einen großen Teil des Produktionsbetriebs an diesem Tag.

Wie stark die Herstellung dadurch tatsächlich beeinträchtigt wird, hängt allerdings davon ab, wie viele Beschäftigte dem Aufruf folgen und welche Produktionsbereiche betroffen sind. Dazu liegen bislang keine konkreten Angaben vor.

Auch daraus unmittelbar auf Lieferengpässe bei Haferflocken im Supermarkt zu schließen, wäre verfrüht. Ein zeitlich begrenzter Warnstreik bedeutet nicht automatisch, dass Produkte knapp werden. Zunächst handelt es sich vor allem um ein Signal innerhalb der laufenden Tarifauseinandersetzung.

Premiere in der Firmengeschichte

Bemerkenswert ist deshalb weniger die mögliche Auswirkung auf das Frühstücksregal als die Tatsache, dass überhaupt gestreikt wird. Nach Darstellung der NGG handelt es sich um den ersten Warnstreik in der Geschichte des Kölln-Hauptsitzes in Elmshorn.

Damit erreicht der Tarifstreit eine neue Stufe. Warnstreiks sind ein klassisches Mittel, um während Tarifauseinandersetzungen den wirtschaftlichen Druck auf einen Arbeitgeber zu erhöhen. Gleichzeitig demonstrieren Gewerkschaften damit, wie groß die Bereitschaft innerhalb der Belegschaft ist, die erhobenen Forderungen mitzutragen.

Für Kölln besitzt der Vorgang auch eine besondere Außenwirkung. Der Name des Unternehmens ist seit Generationen eng mit Haferflocken verbunden. Nun macht der Hersteller nicht wegen eines neuen Produkts, sondern wegen eines Arbeitskampfes Schlagzeilen.

NGG verlangt 5,8 Prozent mehr

Im Zentrum steht eine konkrete Zahl: 5,8 Prozent. Um diesen Prozentsatz sollen die Löhne nach der Forderung der NGG steigen.

Wie weit die Vorstellungen von Gewerkschaft und Unternehmensseite derzeit auseinanderliegen, lässt sich aus den bisher vorliegenden Informationen allerdings nicht beurteilen. Angaben zu einem möglichen Angebot von Kölln oder zu weiteren Forderungen und Laufzeiten des angestrebten Haustarifvertrags liegen darin nicht vor.

Entsprechend offen ist, ob der Warnstreik bereits ausreicht, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Bleibt es bei diesem einen Warnstreik?

Genau darauf dürfte nun der Blick gerichtet sein. Ein Warnstreik ist zunächst zeitlich begrenzt und nicht mit einem unbefristeten Arbeitskampf gleichzusetzen. Dennoch ist die erstmalige Arbeitsniederlegung am Elmshorner Hauptsitz ein deutliches Zeichen dafür, dass der Konflikt an Schärfe gewonnen hat.

Sollten Gewerkschaft und Arbeitgeber bei den weiteren Gesprächen keine Annäherung erreichen, könnte die Frage nach weiteren Arbeitskampfmaßnahmen aufkommen. Ob solche bereits geplant sind, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.

Für die Beschäftigten geht es dabei unmittelbar um ihre künftigen Einkommen. Für Kölln wiederum steht die Frage im Raum, wie schnell sich mit der Arbeitnehmerseite ein neuer Haustarifvertrag vereinbaren lässt.

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